Zahlen und Fakten

Ort
Schwerin, Deutschland
Jahr
2021–2023
Förderlinie
Träger
Materialität
Fördersumme
55.289,00 Euro
Landesmittel
55.289,00 Euro
Gesamtmittel
110.578,00 Euro
Bände (Bibliothek)
4.000

Friedrich zu Mecklenburg-Schwerin (1717–1785), der 1756 seine Regentschaft als Herzog antrat, wird neben Frömmigkeit auch Sparsamkeit nachgesagt. Trotz des tradierten Verzichts auf Luxus orientierte er sich in seinen Vorhaben an prestigeträchtigen französischen Vorbildern. Hierzu gehörte neben der Errichtung einer neuen Schlossanlage 1779 auch die Gründung der "Herzoglichen Regierungsbibliothek", die den Gründungsbestand der heutigen Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker (LBMV) bildet. 

Als typisch neuzeitlicher Herrscher befand sich der Herzog in regem Gedankenaustausch mit den Fürstenhäusern Europas, förderte das Bildungswesen und interessierte sich für die Wissenschaften und Künste. Seine ursprünglich 8.000 Titel umfassende Büchersammlung ist durch zwei handschriftliche Kataloge (1769 Oluf Gerhard Tychseerfolgen; 1772 Carl Christian Cornelius) dokumentiert und heute auf drei Standorte aufgeteilt (LBMV, Kupferstichkabinett der SSGK und Universitätsbibliothek Rostock). In der Sammlung enthalten sind neben Druckwerken zu zahlreichen Wissensgebieten der Frühen Neuzeit auch Handschriften und Periodika. Die Einbandgestaltung lässt persönliche Präferenzen bzw. eine Gewichtung hinsichtlich des Zwecks der einzelnen Objekte erkennen: Samt- und Ledereinbände dienten der Repräsentation, viele Objekte erhielten Goldschnitt, Supralibros mit Eigentumszeichen oder das siebenteilige mecklenburgische Landeswappen. 

Der in der LBMV verbliebene Sammlungsteil umfasst etwa 4.000 Bände und stammt aus dem 16. bis späten 18. Jahrhundert. Die jahrhundertelange Lagerung sowie Benutzung haben Spuren am historischen Kernbestand hinterlassen. Das dreijährige Projekt im BKM-Sonderprogramm sorgte für die langfristige Sicherung des wertvollen Bestands. Damit wurde hier glücklicherweise nicht am falschen Ende gespart.