Im Jahr 2023 werden erneut zwei Förderlinien zum Erhalt schriftlichen Kulturguts angeboten. Die Frist zur Einreichung von Projektanträgen endet am 31. Januar 2023.

Förderentscheidungen 2022: Rahmenbedingungen und Ergebnisse

Zur Frist am 31. Januar 2022 gingen insgesamt 103 Anträge ein, davon 84 für einjährige und 19 für mehrjährige Projekte. Es standen Fördermittel von rund 2,5 Mio. Euro zur Verfügung. Die Antragslage überschritt diese Mittel um rund 540.000 Euro. Daher war neben einer fachlichen Bewertung der Anträge hinsichtlich ihrer Förderfähigkeit gemäß der Fördergrundsätze eine Priorisierung der Vorhaben nötig.

Die Begutachtung und Empfehlung der Anträge erfolgte durch den Fachbeirat der KEK. Zudem erhielten die Anträge im Rahmen des zweistufigen Antragsverfahrens ein so genanntes Ersttestat durch die zuständigen Landesbehörden, über die die Anträge bei der KEK eingereicht werden. Der endgültige Förderbeschluss erfolgt durch die Förderin, die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).

Grundsätzlich orientierte sich die Priorisierung an folgenden Aspekten:

  • Schadensbehebung vor Schadenserfassung: Projekte mit fortgeschrittenem Schadensbild und dringendem Handlungsbedarf (bspw. Schimmelpilzbefall) wurden höher priorisiert als Anträge ohne größeren Zeitdruck. Dies entspricht dem in den Bundesweiten Handlungsempfehlungen festgelegten Vorgehen (S. 47).
  • Fortsetzungsanträge, also Projekte, die an bewilligte größere Vorhaben aus den Vorjahren anschließen, wurden grundsätzlich positiv bewertet, sofern ein Gesamtkonzept ersichtlich war. Die mittlerweile hohe Zahl an Fortsetzungsprojekten im BKM-Sonderprogramm führte jedoch dazu, dass auch einige Fortsetzungsanträge unter Einbezug der weiteren hier genannten Aspekte niedrig priorisiert bzw. abgelehnt wurden.
  • Koordinierte bzw. koordinierende Anträge für Projekte, in denen sich Einrichtungen zusammenschließen oder in denen eine Einrichtung die Koordinierung für andere übernimmt, wurden positiv bewertet. Der Zusammenschluss von Einrichtungen kann zu Synergieeffekten (bspw. Mengenrabatt) führen und trägt potenziell zur Strukturbildung bei der gemeinsamen Aufgabe des Originalerhalts bei.
  • Wiederholungsanträge, also im Vorjahr abgelehnte und erneut eingereichte Anträge, wurden grundsätzlich positiv bewertet, sofern beanstandete fachliche Aspekte überarbeitet wurden.
  • Im Bereich der Bibliotheken wurden die Bestandssegmente „Pflichtexemplare“, „Sammlung Deutsche Drucke“ und die ehemaligen Sondersammelgebiete bzw. heutigen Fachinformationsdienste (FID) priorisiert. Auf diese Weise werden bundesweit bestehende Verantwortungsstrukturen nachgenutzt (vgl. Bundesweite Handlungsempfehlungen, S. 49-52).
  • Sofern vorhanden, wurden die von den Landesbehörden vorgenommenen Priorisierungen und andere relevante Hinweise berücksichtigt.
  • Die jeweilige Verteilung von Projekten aus den Sparten Archive und Bibliotheken pro Land wurde beachtet.
  • Der Landesproporz, also die verhältnismäßige Verteilung über alle Länder, wurde beachtet.
  • Die neu im Antragsformular aufgenommene Abfrage, ob eine Digitalisierung geplant ist, wurde zur Kenntnis genommen, hatte jedoch keine Auswirkung auf die Priorisierung.
  • Für die Antragslage 2022 wurde entschieden, pro antragstellender Einrichtung maximal zwei Projekte zur Förderung zu empfehlen, um eine breite Streuung der zur Verfügung stehenden Mittel zu erreichen. Diese Limitierung fand erstmals statt und stellt keine generelle Regelung dar.

Auf Grundlage der Empfehlung des Fachbeirats der KEK wurde durch Beschluss seitens der Förderin BKM für 2022 folgendes Ergebnis erreicht:

  • 84 Anträge wurden bewilligt, davon erhalten 68 Projekte eine einjährige und 16 eine mehrjährige Förderung
  • Die einzelnen Projekte können dieser nach Laufzeit und Ländern sortierten Liste entnommen werden

Zur Frist am 31. Januar 2022 gingen insgesamt 27 Anträge ein, davon 25 für einjährige und 2 für mehrjährige Projekte. Es standen Fördermittel von rund 300.000 Euro zur Verfügung. Die Antragslage überschritt diese Mittel um rund 35.000 Euro, daher war neben einer fachlichen Bewertung der Anträge hinsichtlich ihrer Förderfähigkeit gemäß der Fördergrundsätze eine Priorisierung der Vorhaben nötig.

Die Begutachtung und Empfehlung der Anträge erfolgte durch den Fachbeirat der KEK. Der endgültige Förderbeschluss erfolgt durch die beiden Förderinnen, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und Kulturstiftung der Länder (KSL) für die Ländergemeinschaft.

Die Förderung des Originalerhalts anhand exemplarischer Modellprojekte macht die Ergebnisse als Good Practices nachnutzbar. Allgemein können Projekte in folgenden Kategorien gefördert werden:

  • Archivbestand
  • Bibliotheksbestand
  • Fachkompetenz
  • Forschung
  • Notfallvorsorge
  • Öffentlichkeitsarbeit

Grundsätzlich orientierte sich die Priorisierung an folgenden Aspekten:

  • Projekte, die innovativ, modellhaft oder öffentlichkeitswirksam zum Erhalt des schriftlichen Kulturerbes beitragen.

Auf Grundlage der Empfehlung des Fachbeirats der KEK wurde durch Beschluss seitens der Förderin BKM für 2022 folgendes Ergebnis erreicht:

  • 22 Anträge wurden bewilligt, davon erhalten 20 Projekte eine einjährige und 2 eine mehrjährige Förderung
  • Die einzelnen Projekte können dieser nach Laufzeit sortierten Liste entnommen werden.

Zu den häufigsten Gründen für eine Absage gehörten in beiden Förderlinien:

  • Überzeichnung: Es standen nicht genügend Fördermittel zur Verfügung und das Projekt wurde nicht hoch genug priorisiert. Dies war u. a. der Fall, wenn eine Einrichtung mehr als zwei Anträge eingereicht hat.
  • Der Antrag entspricht nicht den in den jeweiligen Fördergrundsätzen festgehaltenen Bestimmungen.
  • Die im Projektantrag geschilderten Maßnahmen, Verfahren, Methoden oder Materialien sind aus fachlicher Sicht nicht hinreichend für den Originalerhalt der ausgewählten Bestände geeignet.
  • Fach- und sachgerechte Lagerung: Der Projektantrag ließ nicht ausreichend erkennen, dass nach der Durchführung der beantragten Maßnahmen eine fachgerechte Aufbewahrung bzw. eine bestandsschonende Nutzung sichergestellt sind.
  • Die aus dem Antrag bzw. der Kalkulation ersichtlichen Kosten der Maßnahme wurden nicht nachvollziehbar begründet.

Grundsätzlich berät die KEK Einrichtungen sowohl im Vorfeld der Beantragung als auch im Falle einer Absage hinsichtlich einer möglichen Überarbeitung und Neubeantragung im Folgejahr.

Unsere Förderlinien im Überblick

BKM-Sonderprogramm

2017 startete das BKM-Sonderprogramm zur Förderung von Mengenverfahren. In dieser Förderlinie können größere Bestände entsäuert, gereinigt, verpackt und restauriert werden. Finanziert wird das Programm von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM).

Informationen zum BKM-Sonderprogramm

› Fördergrundsätze auf der Website der BKM

› Übersicht der Landesinitiativen

KEK-Modellprojektförderung

Seit 2010 werden Projekte gefördert, die modellhaft, innovativ und öffentlichkeitswirksam sind. Diese Förderlinie wird von der Ländergemeinschaft über die Kulturstiftung der Länder und der BKM finanziert.

Informationen zur KEK-Modellprojektförderung

Fördergrundsätze