Die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) fördert, koordiniert und optimiert den Erhalt schriftlicher Originale. Damit tragen wir zur Sicherung unseres kulturellen Gedächtnisses bei, denn vielfach sind historische Schriftquellen wie Dokumente, Akten und Bücher durch unsachgemäße Lagerung, Verschmutzung oder Säurefraß akut gefährdet. 

Finanziert werden wir durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und die Ländergemeinschaft über die Kulturstiftung der Länder. Gemeinsam verfolgen wir als zentrales Ziel die dauerhafte Erhaltung schriftlichen Kulturguts in Gedächtniseinrichtungen. Zu diesem Zweck sind wir seit August 2011 eingerichtet an der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und angesiedelt bei der Staatsbibliothek zu Berlin. Als einzige sparten- und länderübergreifende Stelle im Bereich Originalerhalt sind wir in drei großen Aufgabenfeldern aktiv. 

Die Aufgabe, schriftliches Kulturgut zu erhalten, kommt Archiven, Bibliotheken, Museen und ihnen verwandten Einrichtungen zu. Doch häufig fehlen das Know-how oder die finanziellen Mittel, um Schriftgut bestmöglich zu sichern und zu lagern. Deswegen unterstützen wir Einrichtungen bei ihren Vorhaben zum Originalerhalt. Seit 2010 haben wir insgesamt 1.246 Projekte mit einem Volumen von rund 27,6 Mio. Euro finanziert.

Unser Förderprogramm "Schriftliches Kulturgut erhalten" unterstützt Projekte zur Sicherung historisch und wissenschaftlich besonders wertvollen schriftlichen Kulturguts im Original. Gefördert werden mengen- und einzelobjektbasierte Maßnahmen wie Reinigung, Verpackung, Massenentsäuerung, Konservierung, Restaurierung und Schadenserfassung. Ebenso unterstützt werden die Notfallvorsorge, die Stärkung von Fachkompetenz, die Vermittlungs- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die anwendungs- oder materialbezogene Forschung und Verfahrensentwicklung. 

Das 2026 von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der Kulturstiftung der Länder eingerichtete Programm führt die bisherigen Förderlinien KEK-Modellprojektförderung (2010–2025) und BKM-Sonderprogramm (2017–2025) in weiterentwickelter Form fort.

Angesiedelt an der Schnittstelle zwischen Fachwelt, Politik und Einrichtungen sind wir die zentrale Ansprechpartnerin für den Originalerhalt und vermitteln gesicherte Informationen:

  • KEK-Portal: Unsere Website bietet ein umfangreiches digitales Informationsangebot, das sich an die Fachcommunity, die Presse und die interessierte Öffentlichkeit richtet.
  • Berichterstattung in politische Gremien: Wir informieren Ausschüsse auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene sowie wissenschaftliche Einrichtungen und internationale Organisationen.
  • Vorträge und Workshops: Bei Fachveranstaltungen informieren wir über unsere Arbeit. Darüber hinaus nimmt Dr. Ursula Hartwieg regelmäßig Lehraufträge an Hochschulen wahr.
  • Publikationen: In Wort und Bild vermitteln anschaulich, wie bedeutsam Schriftgut für unsere Geschichte und Zukunft ist. Unsere digitalen Publikationen können kostenlos heruntergeladen werden.
  • Kooperationen und Veranstaltungen: Wir arbeiten mit zahlreichen Partner·innen im Bereich Kulturgutschutz zusammen, z. B. mit Blue Shield oder dem Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz (DNK).
  • Community Management: Unter @originalerhalt sind wir auf Social Media aktiv, informieren über unsere Projekte und tauschen uns mit der Community aus. 

Historische Bestände sind in Deutschland über Länder und Einrichtungen verstreut. Angesichts der Größe der Aufgabe kann die Erhaltung nur gemeinschaftlich gelingen. Deshalb schaffen wir Räume für den länder-, sparten-, und trägerschaftsübergreifenden Austausch: 

  • Fachveranstaltungen: Bei den KEK-Tagungen, dem Bundesweiten Expert·innengespräch (BW EG), dem Arbeitstreffen der Archiv- und Bibliotheksreferate der Länder (AABL) und der KEK-Klausurtagung beraten Fachleute gemeinsam, wie Förderprogramme synchronisiert und der spartenübergreifende Austausch optimiert werden kann.
  • Normierter Datenaustausch: In unserem Förderprogramm "Schriftliches Kulturgut erhalten" unterstützen wir Einrichtungen bei Aufbau und Vernetzung von Nachweissystemen. 

Unsere theoretische und strategische Arbeitsgrundlage seit 2015 sind die "Bundesweiten Handlungsempfehlungen", eine erste umfassende Bestandsaufnahme schriftlichen Kulturguts in Deutschland. Sie ziehen eine detaillierte Bilanz zu Schäden und Gefahren und entwerfen ein länder- und spartenübergreifendes Gesamtkonzept zur Sicherung von Originalen. 

Bundesweite Handlungsempfehlungen (2015)

Zur inhaltlichen Unterstützung steht uns ein Fachbeirat zur Seite, der mit Expert∙innen aus dem Archiv-, Bibliotheks- und Restaurierungswesen besetzt ist. 

Die Mitglieder des Fachbeirats sprechen Empfehlungen zu Projektförderungen aus und unterstützen uns bei der Umsetzung der "Bundesweiten Handlungsempfehlungen". Sie werden von BKM im Einvernehmen mit der Kulturstiftung der Länder für die Dauer von drei Jahren berufen. 

KEK-Fachbeirat 2025
Von links oben nach rechts unten: © Annika Östreicher (LBO); © Katharina Mähler; © Marcus Janssens; © Hessisches Landesarchiv, Nasser Amini; © SLUB Dresden, Ramona Ahlers-Bergner; © GD der Staatlichen Archive Bayerns; © André Druschel; © Markus Bomholt, Münster; © SUB

Die Mitglieder des aktuellen Fachbeirats sind: 

  • Dr. Matthias Bley, Abteilungsleiter historische Sammlungen, landesbibliothekarische Aufgaben und digitale Bibliothek der Landesbibliothek Oldenburg und Gast der Kommission Bestandserhaltung im Deutschen Bibliotheksverband (dbv)
  • Almuth Corbach, Leiterin der Stabsstelle Erhaltung und Restaurierung der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, Landesfachberaterin Bestandserhaltung des Niedersächsischen Beirats für Bibliotheksangelegenheiten beim Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK)
  • Marcus Janssens, Leiter der Bestandserhaltung (Konservierung und Restaurierung) des Stadtarchivs Neuss, Mitglied im Arbeitskreis für Bestandserhaltung e. V.
  • Dr. Johannes Kistenich-Zerfaß, Präsident des Hessischen Landesarchivs und Mitglied der Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Archivverwaltungen des Bundes und der Länder (KLA) – Vorsitzender des KEK-Fachbeirats
  • Juliana Polte, Restauratorin und Landesbeauftragte für Bestandserhaltung an der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)
  • Dr. Laura Scherr, Leiterin der Abteilung 3 (Archivbau, Bestandserhaltung, Veröffentlichungen, Öffentlichkeitsarbeit) der Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns und Mitglied im Bestandserhaltungsausschuss der Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Archivverwaltungen des Bundes und der Länder (KLA)
  • Dr. Alessandra Sorbello Staub, Leiterin der Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars Fulda und Sprecherin der gemeinsamen Altbestandskommission der Arbeitsgemeinschaft katholisch-theologischer Bibliotheken und des Verbands kirchlich-wissenschaftlicher Bibliotheken (VkwB) – stellvertretende Vorsitzende des KEK-Fachbeirats
  • Prof. Dr. Marcus Stumpf, Leiter des LWL-Archivamts für Westfalen Münster und Vorsitzender der Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag
  • Prof. Robert Zepf, Direktor der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky, Mitglied im Vorstand des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv) und stellv. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Regionalbibliotheken der Sektion 4 des dbv

Vertreter∙innen von BKM, der Kultusministerkonferenz, der Kulturstiftung der Länder, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz sowie der Staatsbibliothek zu Berlin können als Gäste an den Sitzungen des Fachbeirats teilnehmen. Die Geschäftsordnung können Sie hier einsehen: 

KEK-Fachbeirat Geschäftsordnung (Stand 27.12.2024)

Ehemalige Mitglieder des Fachbeirats sind: 

  • Dr. Ernst Otto Bräunche, ehem. Direktor des Stadtarchivs Karlsruhe
  • Prof. Dr. Thomas Bürger, ehem. Generaldirektor der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden
  • Jakob Frohmann, stellvertretender Leiter der Abteilung Information, Bereitstellung und Originalerhalt der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg der Goethe-Universität Frankfurt am Main
  • Prof. Dr. Mario Glauert, Direktor des Brandenburgischen Landeshauptarchivs
  • Dr. Rolf Griebel, ehem. Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek
  • Dr. Michael Hollmann, Präsident des Bundesarchivs
  • Prof. Dr. Robert Kretzschmar, ehem. Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg
  • Maria Elisabeth Müller, Direktorin der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen
  • Stephanie Preuss, Referatsleiterin Bestandserhaltung, Fachbereich Benutzung und Bestandserhaltung an der Deutschen Nationalbibliothek
  • Dr. h.c. (NUACA) Barbara Schneider-Kempf, ehem. Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin
  • Dr. Michael Vogel, ehemaliger Landesbeauftragter für Bestandserhaltung, Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

Darüber hinaus sind wir auch international aktiv. Am 23. und 24. November 2021 haben wird das 10-jährige Bestehen der KEK im Rahmen der Konferenz Originalerhalt in Perspektive gefeiert. Die Veranstaltung gab Anlass, die großen Entwicklungsfelder im Bereich Bestandserhaltung, die Potenziale internationaler Kooperationen sowie mögliche Synergien zwischen Originalerhalt und Digitalisierung zu diskutieren. Alle Vorträge sind auf YouTube dokumentiert.