Zahlen und Fakten

Bundesland
Ort
Dresden, Deutschland
Jahr
2019
Förderlinie
KEK-Modellprojekte
Kategorie
Forschung
Träger
Materialität
Überlieferungssegment
Fördersumme
10.000,00 Euro

Farbfraß beschreibt ein Schadensbild, das durch schwermetallionenhaltige Farbmittel entsteht. Bekanntes Beispiel ist der Grünspan: Dieser Kupfersatz wurde vor allem in Ölgemälden der Renaissance verwendet, damals eines der wenigen bekannten grünen Pigmente. Kupferacetat lässt Papier und Pergament nicht nur brüchig werden, sondern verursacht auch Fehlstellen. Dieser als Farbfraß bekannte Einflussfaktor stellt für Expertinnen und Experten der Bestandserhaltung große Herausforderungen dar, auch im Bibliotheksbereich. Nicht selten ist es hier ein gravierendes und komplexes Problem, das besonders handkolorierte Prachtbände betrifft.

Mithilfe der KEK wurde eine Auswahl von Büchern des Rara-Bestandes und der Handschriftensammlung der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) systematisch auf Farbfraß hin untersucht. Ziel des Projekts war es, das Schadensbild näher zu charakterisieren und die Ergebnisse in eine Matrix nach Schädigungsgraden einzutragen. Außerdem wurde versucht, die Schädigung der Bücher im Kontext ihrer historischen Lagerungsbedingungen genauer zu bestimmen. Einen weiteren Schwerpunkt für die Erforschung des Schadensbildes bildeten botanische Bände, da Abbildungen von Pflanzen in Grüntönen besonders häufig betroffen sind.

Diese Erkenntnisse sollen in einem Folgeprojekt genutzt werden, um Methoden zur chemischen Behandlung unterschiedlicher Schädigungsgrade zu entwickeln und fragile Abbildungen restauratorisch zu stabilisieren. Verallgemeinerbare Behandlungsweisen für dieses komplexe Schadensbild bis hin zur Papierstabilisierung sind (noch) nicht bekannt. Insbesondere der Einfluss von Papier und Lagerungsbedingungen wurden von der SLUB in den Fokus genommen. Anderen Einrichtungen mit vergleichbaren Beständen und Schadensbildern kann dies wichtige Anregungen liefern.