Zahlen und Fakten

Bundesland
Ort
Frankfurt (Main), Deutschland
Jahr
2019
Förderlinie
BKM-Sonderprogramm
Kategorie
Bibliotheksbestand
Träger
Materialität
Fördersumme
12.067,00 Euro

"Die nationale Arbeit der deutschen Kolonisation zuzuwenden und die Erkenntnis der Notwendigkeit derselben in immer weitere Kreise zu tragen" war laut Satzung das erste Ziel der Deutschen Kolonialgesellschaft. Bereits in ihrem Gründungsjahr 1887 zählte sie 15.000 Mitglieder. Sie ging 1933 im Reichskolonialbund auf. Die Gesellschaft veröffentlichte eigene Publikationen in mehreren thematischen Reihen, baute aber auch eine umfangreiche Bibliothek mit Spezialliteratur auf. Diese und die Bestände anderer Kolonialverbände gingen in die Bibliothek des 1907 eingerichteten Reichskolonialamts ein. Viele der in diese "Kolonialbibliothek" aufgenommenen Titel waren bereits im Erscheinungsjahr selten.

Buchansicht

So auch der abgebildete Band "Deutsche Kolonial-Baumwolle. Berichte 1900–1908". Um die Qualität der "Togo-Baumwolle" zu demonstrieren, enthält dieses Druckwerk Proben von Rohbaumwolle sowie Garn- und Stoffmuster. Ungewöhnliche Materialien für Bibliotheken, die besondere Anforderungen an die Lagerung stellen. Mit diesen Mustern sollten Qualitätsverbesserungen demonstriert werden, die im Anbau von Baumwolle in der deutschen Kolonie Togo (heute Republik Togo und einzelne Gebiete der Republik Ghana) Anfang des 20. Jahrhunderts gegenüber anderen Herkunftsländern erreicht werden konnten. Sie dienten den Kolonialistinnen und Kolonialisten als haptische wie optische Belege, um die so genannten Schutzgebiete in Afrika zu legitimieren.

Heute ist die Sammlung der ehemaligen Bibliothek der Deutschen Kolonialgesellschaft Teil der Spezialsammlung Afrika der Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg in Frankfurt am Main. Diese Provenienz macht den Bestand einzigartig und erhaltenswert. Hinzu kommt, dass viele der Bände in der "Kolonialbibliothek" unikal überliefert sind. Um diesen besonderen Blick auf die Geschichte der Kolonialisierung zu erhalten, wurden besonders gefährdete und seltene Konvolute im Rahmen des BKM-Sonderprogramms gereinigt, mit Schutzverpackungen versehen und in einigen Fällen entsäuert.