Zahlen und Fakten
Das gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Leben Hamburgs wurde von zahlreichen bürgerlichen Familien geprägt, darunter die Godeffroys, Jenisches und Perthes. Die Mitglieder der Familie Godeffroy, deren Archiv vom 17. bis 20. Jahrhundert reicht, prägten die Hansestadt in mehreren Bereichen: Von französischen Protestant·innen abstammend und als Glaubensflüchtlinge nach Hamburg gekommen, brachten sie erfolgreiche Kaufleute hervor. Dass der Kolonialismus entscheidenden Anteil an ihrem Aufstieg und Reichtum hatte, erfährt in der Forschung aktuell große Aufmerksamkeit. Aufgrund der engen Verbindung zwischen den Godeffroys und den Jenisches, die sich in den Objekten widerspiegelt, war es zweckmäßig, beide Bestände zeitgleich zu bearbeiten. Zudem wurde das Archiv der Familie Perthes behandelt, das dank Korrespondenzen mit führenden Persönlichkeiten des 18. bis 20. Jahrhunderts eine wichtige Quelle zum Denken aufgeklärter protestantischer Intellektueller bietet. Insbesondere die Briefwechsel von Caroline Perthes (1774–1821) mit ihrem Vater Matthias Claudius (1740–1815) sind wertvolle historische Zeugnisse.
Das Projekt im BKM-Sonderprogramm hatte zum Ziel, die unsachgemäß verpackten und verschmutzten Bestände im Umfang von knapp 14 Laufmetern zu reinigen, mechanische Schäden zu restaurieren und die Unterlagen archivgerecht zu verpacken. Parallel wurde eine Schadensanalyse durchgeführt, um künftige Erhaltungsmaßnahmen zu planen.