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Verpackungen und Aktenzubehör

Absätze

Alterungsbeständiges Material

Die Verpackung der Archivalien und in Ausnahmefällen des Bibliotheksgutes dient zum Schutz und zur dauerhaften Erhaltung. Im Idealfall sollte es sich um eine alterungsbeständige Verpackung handeln. Alterungsbeständiges Material ist u. a. durch einen 2- bis 4-%igen Anteil an Calciumcarbonat im Papier oder Karton gekennzeichnet. Diese alkalische Reserve verlangsamt die Alterungsprozesse, da sie einen regelrechten Schutzschild darstellt. Für Kartonagen und Schutzbehältnisse im Archiv- und Bibliotheksbereich gilt die DIN ISO 16245-A. Diese ist an die DIN ISO 9706 angelehnt, enthält jedoch zusätzliche Anforderungen. Eine Ausnahme bilden fotografische Materialien, da durch die alkalische Reserve unter Umständen die Fotoemulsion beschädigt werden kann. Deshalb ist darauf zu achten, dass diese Verpackungen der DIN 15549 entsprechen und den P.A.T. Test bestanden haben.

Schutzbehältnis aus Karton
Schutzbehältnis aus Karton © Maria Kobold, Jana Moczarski

Im Notfall bieten zwar alle Arten von Verpackungen Schutz vor Schmutz und Ruß, im geringen Umfang auch vor Wasser und Feuer. Im Archivalltag aber sollten alte, säurehaltige Kartonagen und Umhüllungen nach und nach ersetzt werden, denn diese beschleunigen die Alterung des Archiv- und Bibliotheksgutes. Auch kommen vor allem Ordner und Hängehefter in die Archive, die durchsetzt sind mit Metallheftern, Büro- und Heftklammern. Diese Materialien sind zu vermeiden bzw. auszutauschen, da sie zur Rostbildung neigen und dadurch die Objekte nachhaltig schädigen. Stattdessen sollte auf weichmacherfreie Sammelmechaniken oder die lose Aufbewahrung in Umschlägen zurückgegriffen werden.

Es gibt eine Fülle von Angeboten zur Archivierung von Schriftgut, aus der man die passenden Materialien im Sinne der Langzeitaufbewahrung auswählen kann. Das Prinzip der Verpackung sollte dem Zwiebelprinzip folgen: Die Originale in Archivumschläge, diese Umschläge in Mappen, die Mappen in Kartons einbringen. So ist auch bei der Benutzung ein guter Schutz der Objekte gewährleistet.

 

  • Mechanisch stabile und alterungsbeständige Materialien nutzen
  • Bei fotografischen Materialien Verpackungen, die den P.A.T. Test und die DIN 15549 bestanden haben, verwenden
  • Weichmacherfreie Umhüllungen und Sammelmechaniken verwenden
  • Offenes Metall, z. B. in Heftmechaniken, vermeiden
  • Gut schließende Kartons verwenden (Staubschutz)
  • Schutzumschläge, Archivkartons und Schutzbehältnisse gemäß der Normen DIN ISO 9706 und DIN ISO 16245-A auswählen

Schutzumschläge

Optimal

  • Schutzumschläge 120g/m²
  • Jurismappen 300g/m², alterungsbeständig nach DIN ISO 9706
  • Standardformate: DIN A4 (ca. 305 x 230 x 30mm), Folio (ca. 360 x 245 x 30mm), gefalzt, gestanzt
  • möglich sind auch Folien aus PE, PP oder Polyester (PET)

Vermeiden

  • säurehaltige, farbstoffhaltige Umschläge
  • zu kleine Umschläge
  • geklebte Mappen
  • Folien aus PVC (auch Hart-PVC) oder Cellulosenitrat
  • alle anderen handelsüblichen Produkte, selbst solche mit der Bezeichnung "dokumentenecht", "archivgeeignet", "permanent", die nicht der DIN ISO 9706 entsprechen

Vermeidungsgrund

  • Schädigung des Schriftguts durch beschleunigte Alterung und mechanische Schäden, weichmacherhaltige Klebstoffe (Schädigung der Originale durch ungeeignete Klebstoffe und mangelnde Haltbarkeit alternder und auseinanderfallender Klebstellen)
  • schwere Schädigungen, z. B. Abklatsch der Schrift auf der Folie
  • Wanderung der Weichmacher
  • beschleunigte Alterung

Z. B. Papier, Gewebe, Pergament.

Optimal

  • Schutzumschläge aus alterungsbeständigem Papier 120g/m²
  • maßgeschneiderte Schutzbehältnisse aus alterungsbeständigen Wellkartonagen (gemäß DIN ISO 16245-A)
  • Bücher mit genügend Platz aufstellen
  • Bücher nach Formaten geordnet aufstellen

Vermeiden

  • ohne Schutz oder zu eng einstellen
  • Bücher nicht nach Formaten sortiert aufstellen
  • ungeeignete Schutzbehältnisse verwenden

Vermeidungsgrund

  • mechanische und chemische Schäden am Sammlungsgut

Optimal

  • Schutzumschläge aus säurefreiem Papier ohne alkalische Reserve (P.A.T. Test bestanden)
  • maßgeschneiderte säurefreie Schutzbehältnisse aus Wellkartonagen (nach DIN ISO 16245-A)

Vermeiden

  • ohne Schutz einstellen
  • zu eng stellen
  • Materialien mit zu hoher alkalischer Reserve direkt am Leder verwenden, da das Leder leicht sauer ist und im alkalischen Milieu eine beschleunigte Alterung auftreten kann

Vermeidungsgrund

  • mechanische und chemische Schäden: Leder bevorzugt ein saures Milieu und kann im Kontakt mit alkalischen Materialien Schaden nehmen; beschleunigte Alterung, Farbveränderungen

Optimal

  • wenn eine Aufstellung nach Formaten nicht möglich ist: mit dünnen Pappdeckeln verstärkte Jurismappen nutzen
  • alterungsbeständig nach DIN ISO 9706

Vermeiden

  • Kleinschriften zwischen große Bände ohne Schutz einstellen

Vermeidungsgrund

  • mechanische Schäden

Optimal

  • Planumschläge (mind. 600g/m²), alterungsbeständig nach DIN ISO 9706
  • Ausnahme: fotografische Plankopien wie Cyanotypien
  • hier besser: Folien aus PE, PP, Polyester oder Schutzumschläge, Trennblätter aus Papier ohne alkalische Reserve (P.A.T. Test bestanden)

Vermeiden

  • säurehaltige, farbstoffhaltige, dünne geklebte Kartons
  • Folien aus PVC
  • Cyanotypien in alkalisches Papier einlegen

Vermeidungsgrund

  • Schädigung der Archivalien durch beschleunigte Alterung und mechanische Schäden
  • ungeeignete, weichmacherhaltige Klebstoffe
  • Verfärbung von Cyanotypien durch alkalischen Einfluss

Optimal

  • alterungsbeständige Urkundentaschen (sog. Froschtaschen)
  • Tabletts in Mappen oder Kartons, um die Urkunden schonend einzeln zu montieren (alterungsbeständig nach DIN ISO 9706)

Vermeiden

  • empfindliche Siegel nicht schützen
  • ungeeignete Taschen für Siegel (z. B. säurehaltige enge Kartonagen, Leinensäckchen, Watteumwickelungen)

Vermeidungsgrund

  • mechanische und chemische Schäden an Urkunden und Siegeln

Optimal

  • säurefreier Umschlag (P.A.T. Test bestanden)
  • Papiere ohne alkalische Reserve nach DIN 15549 (P.A.T. Test bestanden)
  • alternativ: weichmacherfreie Foto-Sichthüllen aus PP, PE oder Polyester-Folien

Vermeiden

  • weichmacherhaltige Hüllen aus PVC, Zellulosenitrat etc.
  • Pergaminpapier
  • Umschläge und Kartonagen mit alkalischer Reserve
  • Materialien mit weichmacherhaltigen und irreversiblen Klebstoffen aufkleben

Vermeidungsgrund

  • Veränderung der fotochemischen Bestandteile
  • Zerstörung der Fotoemulsion
  • Verwendung von Folien kritisch prüfen, da schädigendes Mikroklima möglich
  • Pergaminpapier kann im Wasserhavariefall schwerlöslich mit der Fotoschicht verkleben

Optimal

  • Separieren aus Akten mit Vermerk der Entnahme, inklusive eindeutiger Beschriftung der separaten Quelle, oder Schutz des Fotos mittels eines eingelegten oder mit geeignetem Klebstoff eingeklebten Seidenpapiers (ca. 18 - 30 g/m² oder eines Papiers, das den P.A.T. Test bestanden hat)

Vermeiden

  • Fotomaterial ungeschützt zwischen säurehaltigen Papieren oder Kartons belassen

Vermeidungsgrund

  • mechanische Schäden am Bild
  • chemische Schäden an der Fotoschicht

Optimal

  • Vierklappenumschläge ohne alkalische Reserve (P.A.T. Test bestanden)
  • Glasplatten in stabilen Kartonagen (P.A.T. Test bestanden), stehend aufbewahren

Vermeiden

  • einfache Umschläge, Pergaminhüllen, Folienhüllen
  • Glasplatten aufeinanderstapeln

Vermeidungsgrund

  • Reibung beim Herausziehen aus Hüllen
  • Zerstörung der Fotoemulsion
  • Festkleben der Pergaminhüllen an der Fotoemulsion

Optimal

  • Zwischenlagen aus Fotoarchivpapier oder Seidenpapier ohne alkalische Reserve einlegen oder mit geeigneten Klebstoffen einkleben
  • Alben mit Klebeschicht unbedingt austauschen: Fotos herausnehmen und in Umschläge ohne alkalische Reserve (P.A.T. Test bestanden) verpacken

Vermeiden

  • keine Trennblätter
  • Fotos liegen mit der Fotoschicht direkt auf säurehaltigem Papier oder Karton
  • Alben mit Klebeschicht belassen

Vermeidungsgrund

  • Veränderung der fotochemischen Bestandteile (Phänomen des Aussilberns)
  • mechanische Schäden am Bild
  • chemische Schäden an der Fotoemulsion

Optimal

  • Grafiken separat in alterungsbeständigen Mappen aufbewahren
  • nicht direkt übereinanderstapeln
  • immer Zwischenlageblatt mit alkalischer Reserve einlegen, jedoch die Verwendung solcher Schutzumschläge kritisch prüfen, denn die alkalische Reserve kann unter Umständen farbige Grafiken beinträchtigen
  • nicht mehr als 10 Grafiken in einer Mappe
  • den größten Schutz bietet ein Klapppassepartout für jede einzelne Grafik
  • Materialien alterungsbeständig nach DIN ISO 9706 aussuchen

Vermeiden

  • Übereinanderstapeln zu vieler Einzelgrafiken
  • säurehaltige Verpackungen
  • auf Zwischenlageblätter verzichten
  • zu viele Grafiken in eine Mappe legen
  • vollflächiges Verkleben der Grafiken mit ungeeigneten Klebstoffen
  • Montieren der Grafiken mit Selbstklebestreifen

Vermeidungsgrund

  • Abrieb der Oberflächen
  • Schäden an der Bildschicht
  • Säureschäden
  • Weichmacherschäden
  • bei Klapppasspartouts jedoch auf eine lichtgeschütze Aufbewahrung achten, da sonst ungleichmäßige Verfärbungen des Originals möglich sind

Z. B. durch Tintenfraß oder Rost.

Optimal

  • dünne Trennpapiere aus alterungsbeständigem Papier nach DIN ISO 9706 dazwischen legen

Vermeiden

  • keine Trennung
  • säurehaltige Papiere als Trennblätter
  • zu voluminöse Trennblätter

Vermeidungsgrund

  • Übergreifen von Rost und Tintenfraß auf andere Papiere
  • Schäden an der Bindung

Schutzkartonagen und Sammelvorrichtungen

Quellenformate: für DIN A4 (ca. 360 x 270 x 110mm) bzw. für Folio (ca. 390 x 280 x 110mm).

Optimal

  • mind. 1,3 mm Pappenstärke
  • Verpackungsmerkmale nach DIN ISO 16245-A
  • gesteckt oder gewickelt, statt geklebt, genietet oder geklammert

Vermeiden

  • säure- oder holzhaltige, metallhaltige Kartonagen
  • zu kleine Kartons
  • Pappe verklebt, genietet oder mit rostenden Klammern geheftet
  • zu eng befüllen
  • Schäden an den Objekten durch scharfkantige Steckverbindungen

Vermeidungsgrund

  • Schädigung der Archivalien und Kleinschriften durch beschleunigte Alterung und mechanische Schäden
  • Papierschädigung durch Rost

Passgenau für wertvolle oder empfindliche Akten und Bücher.

Optimal

  • Kartonagen aus Wellkarton oder Vollkarton
  • Verpackungsmerkmale nach DIN ISO 16245-A
  • gesteckt oder gewickelt, statt geklebt, genietet oder geklammert

Vermeiden

  • nicht passende Kartonagen
  • säurehaltige Materialien
  • Pappe verklebt, genietet oder mit rostenden Klammern geheftet

Vermeidungsgrund

  • mechanische Schädigung
  • Papierschädigung durch Rost
  • Weichmacher im Klebstoff
  • beschleunigte Alterung

Optimal

  • alterungsbeständige Kartons nach DIN ISO 16245-A oder DIN ISO 9706 benutzen (mind. 600g/m²)
  • gestanzte Mappen aus einem Stück

Vermeiden

  • säure- oder farbstoffhaltige, zu dünne, geklebte Kartons
  • hellweiße Kartonagen

Vermeidungsgrund

  • schädigende Säurewirkung auf die Objekte
  • unzureichender Schutz
  • Schmutzempfindlichkeit

Optimal

  • alterungsbeständige Kartons nach DIN ISO 16245-A oder DIN ISO 9706 benutzen (mind. 600g/m²)
  • gestanzte Mappen aus einem Stück

Vermeiden

  • säure- oder farbstoffhaltige Kartons
  • zu dünne Kartons
  • geklebte Klappen
  • hellweiße Kartonagen

Vermeidungsgrund

  • schädigende Säurewirkung auf die Objekte
  • unzureichender Schutz (Instabilität)
  • Weichmacher im Klebstoff
  • Schmutzempfindlichkeit

Optimal

  • nicht verwenden

Vermeiden

  • Bündelung von Materialien mit Gummibändern

Vermeidungsgrund

  • Gummi altert sehr schnell, zersetzt sich
  • klebende und färbende Rückstände an den Materialien möglich
  • zu dünne Schnüre können in die Materialien einschneiden

Zur Aufbewahrung von gerollten großformatigen Karten und Plänen.

Optimal

  • alterungsbeständige Pappe (DIN ISO 16245-A) im ausreichenden Durchmesser (Rollung der Objekte darf nicht zu eng sein)
  • Köcherboxen nur für stabile Pläne verwenden

Vermeiden

  • säurehaltige Kartonagen
  • Karten generell gerollt belassen
  • zu enge Köcherboxen für besonders brüchige Pläne verwenden

Vermeidungsgrund

  • Risse im Papier beim Vorlegen gerollter Karten
  • mechanische Schädigung in der Oberflächenschicht der Materialien
  • Gefahr der mechanischen Schädigung durch Hineinschieben und Herausziehen

Mit Fixierung der Urkunde und des Siegels.

Optimal

  • aufgefaltete Lagerung der Urkunden in alterungsbeständigen Kartons aus Wellpappe oder Vollkarton (DIN ISO 16245-A)
  • die Entscheidung für ein Auffalten sollte jedoch nach der Benutzungsfrequenz getroffen werden
  • die Streifen zur Fixierung der Urkunden scharf falzen und auf der Rückseite mit Japanpapierstreifen fixieren
  • Urkunden nur unter die Fixierungen stecken, nicht kleben

Vermeiden

  • säurehaltige Kartonagen
  • zu kleine Kartonagen
  • ungenügende Fixierung
  • Verklebung der Urkunden auf dem Karton
  • ungeeignete Taschen für Siegel (z. B. Kartonagen, Leinensäckchen, Watteumwickelungen)

Vermeidungsgrund

  • mechanische und chemische Schäden an Urkunden und Siegeln

Optimal

  • ungelochte Aufbewahrung bevorzugen
  • weichmacherfrei
  • metallfrei
  • haltbar, biegsam, z. B. aus PP

Vermeiden

  • weichmacherhaltig aus PVC mit Metallinnenleben
  • starres, nicht biegsames Material

Vermeidungsgrund

  • Weichmacher führen zu einer beschleunigten Alterung
  • Metall kann rosten
  • mechanische Schäden

Für Plakate und Landkarten.

Optimal

  • möglichst Hängen vermeiden
  • schonende Einspannmechanismen
  • Tragestreifen aus säurefreiem Material oder PP (mit Acrylatbeschichtung)
  • Registermappen für Grafiken, Plakate und Landkarten, die jedoch liegend in Planschränken verstaut werden (es wird ein Hebegerät für die Handhabung benötigt)

Vermeiden

  • Tragestreifen aus säurehaltigem Material
  • weichmacherhaltiger Klebstoff zum Anbringen der Tragestreifen

Vermeidungsgrund

  • schädigende Säurewirkung auf die Objekte
  • beschleunigte Alterung
  • mechanische Schädigung durch Hängen und Bewegen

Optimal

  • ungebleichte breite Baumwollbänder

Vermeiden

  • Verschnürungen mit Paketschnur, Gummibändern oder anderen einschneidenden Materialien

Vermeidungsgrund

  • mechanische Schäden
  • Verklebungen oder Abfärbungen

Qualitätsstufen von Schutzkartonagen

Merkmale

  • säurearmer Karton aus gemischtem Altpapier (alle Arten auch von bedruckten, holzhaltigen Papieren)
  • Aussehen: graue Pappe mit Einschlüssen

Positiv

  • Anteile der schädigenden Säuren sind durch chemische Nachbehandlung aus dem Karton entfernt worden

Nachtteil

  • gemischtes Altpapier enthält Ligninanteile, die nach einiger Zeit zu einer vermehrten Säurebildung führen, die die eingelegten Akten schädigen
  • nicht empfehlenswert!

Merkmale

  • säurefreier, pH-neutraler Karton aus gemischtem Altpapier
  • > 2% alkalische Reserve im Karton
  • Aussehen: graue Pappe, fast ohne Einschlüsse

Positiv

  • alle schädlichen Säuren sind durch chemische Nachbehandlung aus dem Karton entfernt worden
  • die zusätzliche alkalische Reserve sorgt für eine Barriere vor Säureangriffen von innen und außen
  • Kappazahl > 10

Nachtteil

  • gemischtes Altpapier enthält Ligninanteile, die nach einiger Zeit zu einer vermehrten Säurebildung führen, die die eingelegten Akten schädigen (erhöhte Kappazahl = geringere Oxidationsbeständigkeit)
  • nicht empfehlenswert im Sinne der Langzeitaufbewahrung!

Merkmale

  • säurefreier Karton aus hochwertigem holzfreien Altpapier
  • > 2% alkalische Reserve im Karton (pH 7,5-9,5)
  • eingeschränkte Alterungsbeständigkeit nach (Lebensdauerklasse 24:85) oder DIN ISO 16245-B
  • Aussehen: bläuliche Pappe fast ohne Einschlüsse

Positiv

  • da der Karton aus hochwertigen Sekundärfasern besteht, sind alle schädlichen Substanzen herausgelöst und der Karton ist säurefrei, mit alkalischer Reserve
  • Kappazahl < 10

Nachtteil

  • nicht ohne Einschränkung alterungsbeständig nach der Norm DIN ISO 16245-A (leicht erhöhte Kappazahl = geringere Oxidationsbeständigkeit)
  • kann zur Verpackung von Archiv- und Bibliotheksmaterial verwendet werden, die Originale sollten jedoch zusätzlich in Umschläge gemäß DIN ISO 9706 verpackt sein

Merkmale

  • säurefreier Karton aus reiner Frischcellulose (Alphacellulose)
  • > 2% alkalische Reserve im Karton (pH 8-9,5)
  • besonders hohe Alterungsbeständigkeit nach DIN ISO 16245-A
  • Aussehen: bläuliche Pappe ohne Einschlüsse

Positiv

  • der Karton ist uneingeschränkt säurefrei, mit alkalischer Reserve und höchst alterungsbeständig
  • Kappazahl < 5

Nachtteil

  • bei Neueinkäufen sollten generell Kartonagen nach DIN ISO 16245- A beschafft werden
  • langfristig ist der Austausch der Qualitätsstufen 1-3 gegen solche der Stufe 4 anzustreben

Qualitätsnormen für Papiere und Kartonagen

DIN 6738 (nur Lebensdauerklasse 24:85)

  • Papier und Karton

ISO 20494

  • grafische Papiere

DIN ISO 9706

  • Papiere bis 240g/m2

DIN ISO 16245-A

  • Verpackungen (außer für fotografische Materialien)

DIN ISO 16245-B

  • Verpackungen (außer für fotografische Materialien)

P.A.T. nach ISO 18916

  • Verpackungen und Papiere für fotografische Materialien

DIN 6738 (nur Lebensdauerklasse 24:85)

  • Empfehlung: gebleichter Zellstoff und/oder Hadern

ISO 20494

  • nicht näher definiert

DIN ISO 9706

  • 100% Zellstoff

DIN ISO 16245-A

  • 100% Zellstoff

DIN ISO 16245-B

  • Zellstoff mit geringem Altpapieranteil möglich

P.A.T. nach ISO 18916

  • 100% Zellstoff oder 100% Baumwolle

DIN 6738 (nur Lebensdauerklasse 24:85)

  • 7,5-9,5

ISO 20494

  • nicht näher definiert

DIN ISO 9706

  • 7,5-10

DIN ISO 16245-A

  • 7,5-10

DIN ISO 16245-B

  • 7,5-10

P.A.T. nach ISO 18916

  • säurefrei

DIN 6738 (nur Lebensdauerklasse 24:85)

  • 2% CaCo3 (aber keine Vorschrift)

ISO 20494

  • mind. 0,8% CaCo3

DIN ISO 9706

  • mind. 2% CaCo3

DIN ISO 16245-A

  • mind. 2% CaCo3

DIN ISO 16245-B

  • ohne CaCo3 Puffer

P.A.T. nach ISO 18916

  • ohne CaCo3 Puffer

DIN 6738 (nur Lebensdauerklasse 24:85)

  • nicht näher definiert

ISO 20494

  • nicht näher definiert

DIN ISO 9706

  • < 5

DIN ISO 16245-A

  • < 5

DIN ISO 16245-B

  • 5-10

P.A.T. nach ISO 18916

  • < 5

DIN 6738 (nur Lebensdauerklasse 24:85)

  • kein Prüfkriterium

ISO 20494

  • kein Prüfkriterium

DIN ISO 9706

  • kein Prüfkriterium

DIN ISO 16245-A

  • nein

DIN ISO 16245-B

  • nein

P.A.T. nach ISO 18916

  • kein Prüfkriterium

DIN 6738 (nur Lebensdauerklasse 24:85)

  • kein Prüfkriterium

ISO 20494

  • kein Prüfkriterium

DIN ISO 9706

  • kein Prüfkriterium

DIN ISO 16245-A

  • darf nicht ausbluten

DIN ISO 16245-B

  • darf nicht ausbluten

P.A.T. nach ISO 18916

  • kein Prüfkriterium

DIN 6738 (nur Lebensdauerklasse 24:85)

  • kein Prüfkriterium

ISO 20494

  • kein Prüfkriterium

DIN ISO 9706

  • kein Prüfkriterium

DIN ISO 16245-A

  • Wasseraufnahme nach ISO 535 (Cobb 60s) <25g/qm

DIN ISO 16245-B

  • Wasseraufnahme nach ISO 535 (Cobb 60s) <25g/qm

P.A.T. nach ISO 18916

  • kein Prüfkriterium

DIN 6738 (nur Lebensdauerklasse 24:85)

  • kein Prüfkriterium

ISO 20494

  • kein Prüfkriterium

DIN ISO 9706

  • kein Prüfkriterium

DIN ISO 16245-A

  • abriebfest und lichtbeständig

DIN ISO 16245-B

  • abriebfest und lichtbeständig

P.A.T. nach ISO 18916

  • kein Prüfkriterium

DIN 6738 (nur Lebensdauerklasse 24:85)

  • kein Prüfkriterium

ISO 20494

  • kein Prüfkriterium

DIN ISO 9706

  • kein Prüfkriterium

DIN ISO 16245-A

  • korrosionsfreier Draht und korrosionsfreie Nieten

DIN ISO 16245-B

  • korrosionsfreier Draht und korrosionsfreie Nieten

P.A.T. nach ISO 18916

  • kein Prüfkriterium

DIN 6738 (nur Lebensdauerklasse 24:85)

  • kein Prüfkriterium

ISO 20494

  • kein Prüfkriterium

DIN ISO 9706

  • Box muss sich 300 x öffnen und schließen lassen

DIN ISO 16245-A

  • Box muss sich 300 x öffnen und schließen lassen

DIN ISO 16245-B

  • kein Prüfkriterium

P.A.T. nach ISO 18916

  • kein Prüfkriterium

DIN 6738 (nur Lebensdauerklasse 24:85)

  • definierte Durchreißfestigkeit

ISO 20494

  • definierte Durchreißfestigkeit

DIN ISO 9706

  • Druck von min. 20kPA standhalten

DIN ISO 16245-A

  • Druck von min. 20kPA standhalten

DIN ISO 16245-B

  • definierte Durchreißfestigkeit

P.A.T. nach ISO 18916

  • definierte Durchreißfestigkeit

DIN 6738 (nur Lebensdauerklasse 24:85)

  • nein

ISO 20494

  • nein

DIN ISO 9706

  • ja

DIN ISO 16245-A

  • ja

DIN ISO 16245-B

  • nein

P.A.T. nach ISO 18916

  • ja

Quelle

  • Kobold, Maria; Moczarski, Jana; Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt; Hessisches Landesarchiv (Hrsg.) (2020): Bestandserhaltung: ein Ratgeber für Verwaltungen, Archive und Bibliotheken. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Darmstadt, ISBN 978-3-88443-058-3. DOI: 10.25534/tuprints-00011407
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