Direkt zum Inhalt
Startseite
  • Mediathek
  • Kalender
  • Presse
  • Kontakt
  • Leichte Sprache
  • English
  • Förderung
    • Aktuelles
    • Förderprogramm
    • Formulare
  • Projekte
    • Liste
    • Visualisierung
    • Karte
  • Wissensdatenbank
    • Fachinformation
    • Notfallverbundkarte
    • Wissensnetz
    • Glossar
  • Magazin
    • Fokus
    • Perspektiven
    • Einblicke
    • Nachgefragt
  • Über Uns
    • Über uns
    • Positionen
    • Netzwerke
    • Kulturgutschutz
    • KEK-Tagung
    • Publikationen
  • Fachinformation
  • Notfallverbundkarte
  • Wissensnetz
  • Glossar
Nach oben
  • Fachinformation
  • Erweiterte Suche
Auf dieser Seite

Integrated Pest Management

Absätze

Definition

Die "Integrierte Schädlingsbekämpfung" (Integrated Pest Management bzw. IPM) nach der DIN ISO 16790 ist ein umfassendes und ganzheitliches Konzept zum Schutz wertvoller Bestände in Archiven, Bibliotheken und Museen, um die Kulturgutzerstörung durch Insekten (vor allem Käfer und Larven), Nagetiere, Pilze (vor allem Schimmelpilze), Algen und Flechten sowie Bakterien (z. B. aus der Kanalisation) zu verhindern.

Schädlinge in einer Klebefalle
Tote Schädlinge im Magazin © Maria Kobold, Jana Moczarski

Gegenüber der normalen Schädlingsbekämpfung mit oft starken chemischen Mitteln, die neben Schädlingen auch Mitarbeiter·innen, Benutzer·innen und Bestände schädigen können, setzt IPM vor allem auf Prävention, Monitoring und eine auf den tatsächlichen Befall abgestimmte Schädlingsbekämpfung mit für Umwelt und Menschen besonders schonenden Methoden. Die wichtigsten Fragen des IPM sind:

 

  • Wodurch und wie können Schädlinge in Bibliothek und Archiv gelangen? (Monitoring und Diagnose)
  • Durch welche Maßnahmen kann man einen Schädlingsbefall verhindern? (Prävention)
  • Wie kann man einen im Archiv oder der Bibliothek entstandenen Schädlingsbefall eindämmen oder bekämpfen? (Schädlingsbekämpfung)

 

Wichtig ist, ein geregeltes Hauswesen in der eigenen Einrichtung zu etablieren. Die klimatischen, baulichen und organisatorischen Verhältnisse sollten so beschaffen sein, dass Schädlingsbefall präventiv vermieden wird. 

Präventive Maßnahmen

  • Etablieren einer Stelle zur IPM-Koordination
  • IPM-Arbeitsgruppe bilden (sinnvollerweise in die Notfallplanung integriert)
  • Einhalten organisatorischer Maßnahmen (z. B. geschlossene Fenster und Tore, keine Lebensmittel im Magazin- und Werkstattbereich, kein Entstehen von "Müllecken")
  • Leicht zu reinigende und großzügige Arbeitsbereiche einrichten
  • Abgegrenzter Sozialraum (nur dort werden Lebensmittel verwahrt)
  • Durchgängige Magazinordnung (Unordnung vermeiden), Zugangskontrollen zum Magazin (kein unbefugter Zutritt, keine Türkeile)
  • Eingangsprüfungen aller Sendungen, Lagerung in einem speziell dafür hergerichteten Quarantäneraum
    (mindestens 1 Woche, Prüfung auf Schimmel, Schädlinge, Schädlingsspuren, z. B. frisches Sägemehl
    oder Fraßspuren)
  • Auf Holzpaletten verzichten oder Paletten verwenden, die dem IPPC-Standard entsprechen (hitzebehandelt)
  • Kunststoffpaletten für die Lagerung verwenden (evtl. auch Kunststoffkisten), Kartons für den Transport möglichst draußen entpacken und entsorgen
  • Schulung und Sensibilisierung der Mitarbeiter·innen und Benutzer·innen

  • Schwankungsarmes Klima herstellen (Klimakontrolle, passive Klimatisierung bevorzugen, Klimawerte gemäß DIN ISO 11799 anstreben)
  • Kühlere und trockenere Bedingungen verlangsamen Schädlingswachstum
  • regelmäßige Wartung aller technischen Einrichtungen (Lüftung, Klimatisierung, Fahrstühle etc.), da diese Zugangswege für Schädlinge darstellen können
  • Sinnvolles Lichtmanagement, da Dauerlicht z. B. Wachstum begünstigt
  • Priorisierung der Bereiche der Einrichtung in punkto Anfälligkeit für Schädlingsbefall und Festlegen von passenden organisatorischen Maßnahmen (z. B. in besonders anfälligen Bereichen keine Objekte lagern, bauliche und klimatische Verbesserungen anstoßen)
  • Trennung der Funktionsbereiche (keine Dauerarbeitsplätze im Magazin, Objekte nicht dauerhaft in Büroräumen lagern)
  • Abdichtung aller Bereiche nach außen (keine ungehinderten Zugänge zum Gebäude ermöglichen, z. B. durch Schlitze, Fugen oder Schächte)

  • Etablieren eines regelmäßigen Reinigungsturnus in allen Bereichen (auch im Magazin)
  • Keine Pflanzen im Arbeits- und Magazinbereich
  • Magaziner·innen und Benutzer·innen zu Hygiene anhalten, denn Hautpartikel sind beliebte Nahrungsgrundlage für Schädlinge; regelmäßiges Händewaschen
  • Fenster oder permanente Lüftungsöffnungen sollten mit Fliegengaze, z. B. Nylon unter 0,5 mm Maschenweite, gesichert werden
  • Verpacken der Bestände gemäß DIN ISO 16245 - A, da eine Verpackung den Zugang von Schädlingen erschwert; auch werden die Objekte vor Klimaschwankungen, Schmutz und Staub geschützt
  • Lagernde Verpackungen nicht im Magazin lagern, sondern extra aufbewahren
  • Auf überflüssige Dekoration, z. B. Vorhänge oder Teppich, sollte in Magazinen und Benutzerräumen verzichtet werden, um Nährböden für Schädlinge zu vermeiden

Quelle

  • Kobold, Maria; Moczarski, Jana; Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt; Hessisches Landesarchiv (Hrsg.) (2020): Bestandserhaltung: ein Ratgeber für Verwaltungen, Archive und Bibliotheken. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Darmstadt, ISBN 978-3-88443-058-3. DOI: 10.25534/tuprints-00011407
  • Instagram
  • Facebook
  • Bluesky
  • Youtube
  • Mastodon
Logo
Gefördert durch
Logo BKM
Logo KSL

Fußzeile

  • Startseite
  • Über uns
  • Förderung
  • Projekte
  • Presse
  • Kontakt
  • Impressum
  • Datenschutz

Kontakt

Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) 
an der Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz 
Unter den Linden 8, 10117 Berlin 

Briefadresse: 10102 Berlin 
+49 (0) 30 266 43 1454 
kek(at)sbb.spk-berlin.de