Zahlen und Fakten
Ein wesentlicher Teil der Wiedergutmachung von NS-Unrecht betrifft die Rückerstattung von Vermögen, das verfolgungsbedingt entzogen wurde. Die Überlieferung der Wiedergutmachungsbehörde I für Oberbayern dokumentiert diesen Sachverhalt mit insgesamt 25.226 Fallakten exemplarisch. Die Archivalien besitzen einen hohen Quellenwert für Forschungen zu Verfolgung und Opferschicksalen während der NS-Zeit. So befinden sich im Bestand Unterlagen zu prominenten Personen wie Hugo Junkers (1859–1935), Lion Feuchtwanger (1884–1958), Thomas Mann (1875–1955) und Oskar Maria Graf (1894–1967).
Die Fallakten, die aus säurehaltigem Holzschliffpapier bestehen und eine für die Nachkriegszeit typisch schlechte Papierqualität aufweisen, umfassen heterogene Schriftträger, darunter Postkarten, Ausweisdokumente, Auktionskataloge, Baupläne, Bankbelege und Telegrammstreifen. In etwa 1% der Akten sind zudem kleinformatige Fotos enthalten. Im BKM-Sonderprogramm 2017 wurde die Hälfte des Gesamtbestands mit einem Umfang von 12.600 Akten (ca. 115 laufenden Metern) entsäuert und schutzverpackt werden.