Zahlen und Fakten
Die 200 Bände umfassende Sammlung "Supellex Epistolica" enthält ca. 40.000 Gelehrtenbriefe aus der Zeit vom ausgehenden 15. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts. Sie wurde von Zacharias Conrad von Uffenbach (1683–1734) angelegt und von den Brüdern Johann Christoph (1683–1739) und Johann Christian Wolf (1689–1770) fortgeführt. 1767 gelangte sie in den Besitz der Hamburgischen Stadtbibliothek. In der Sammlung befinden sich u. a. Originale von Erasmus von Rotterdam, Gottfried Wilhelm Leibniz, Martin Luther und Philipp Melanchthon.
Schon zu Uffenbachs Lebzeiten wurde der Bestand als "Schatz, um den Könige ihn beneiden könnten" bezeichnet. Die Texte sind international in Forschung und Wissenschaft gefragt, können jedoch nicht vollständig digitalisiert werden, da sie zu größeren Konvoluten zusammengebunden sind, die nur einen schmalen Öffnungswinkel zulassen, wodurch Textverlust im Falz entsteht. Seit 1960 ist die SUB Hamburg deshalb damit befasst, die Objekte zu sichern.
Im BKM-Sonderprogramm 2025–2027 wird dieses langjährige Unterfangen zum Abschluss gebracht. Dabei werden die verbleibenden 80 Bände aufgelöst und die Briefe bzw. Abschriften vereinzelt. Alle Papiere werden einer Trockenreinigung und restauratorischen Sicherung unterzogen. Abschließend werden die Briefe in Mappen zu je 25 Briefen gelagert und bandweise in Archivkästen aufbewahrt. Es ist geplant, die Sammlung zu digitalisieren und im Portal "Hamburger Kulturgut Digital" zur freien Verfügung zu stellen.