Zahlen und Fakten

Bundesland
Ort
Gießen, Deutschland
Jahr
2023
Förderlinie
Träger
Gattung
Materialität
Fördersumme
5.046,00 Euro
Ein Regal mit verboxten Büchern.

Am 5. Juli 1995 wurde die Bibliothek des berühmten Berliner Agrarwissenschaftlers Albrecht Daniel Thaer (1752–1828) vom Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der Justus-Liebig-Universität Gießen an deren Universitätsbibliothek übergeben. Die Sammlung enthält bedeutende und teils seltene landwirtschaftliche Literatur des 18. und frühen 19. Jahrhunderts, häufig mit handschriftlichen Arbeitsnotizen. Thaer gilt als einer der Begründer der modernen Landwirtschaftslehre und richtete 1806 auf seinem Gut Möglin bei Berlin eine Lehranstalt ein, an der sich die Bibliothek ursprünglich befand. Sie wurde von seinem ebenso bedeutenden Enkel und Agrarforscher Albrecht Conrad Thaer (1828–1906), der zunächst in Berlin und dann von 1870 bis 1901 in Gießen lehrte, mit in die Stadt gebracht. Nach seinem Tod 1906 übergab seine Familie die Sammlung dem Landwirtschaftlichen Institut der damaligen Gießener Ludwigs-Universität. Durch Auslagerung entging sie der Zerstörung und wurde nach dem Zweiten Weltkrieg weitergeführt und ergänzt. Die heute 633 Bände sind im Sondermagazin zusammenhängend aufgestellt und werden sukzessive digitalisiert. Durch die verschiedenen Aufstellungsorte und Transporte weisen sie teils Einbandschäden und deutliche Verschmutzungen auf, darunter auch leichten Sporenbefall. Zum nachhaltigen Schutz und zur Vorbereitung des geplanten Umzugs der Sammlung in einen An- bzw.  Neubau der Universitätsbibliothek mit Sondermagazin wurden die Bände im BKM-Sonderprogramm vorsichtig und bestandsschonend gereinigt. Dabei wurden sie zugleich präzise ausgemessen, um auf dieser Datenbasis passgenaue, säurefreie Klappdeckelboxen (nach DIN-ISO 16245-A) mit Signaturetiketten herzustellen. In den Schutzhüllen sind die Bände vor weiterer Kontamination geschützt und die Buchblöcke in ihrer Substanz stabilisiert.