Zahlen und Fakten
In den historischen Sammlungen der Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt befinden sich zwei Urkundenfonds mit bedeutenden Überlieferungen aus Mittelalter und Früher Neuzeit. Es handelt sich dabei um Urkunden aus der Sammlung des sächsischen Geheimen Kriegsrats Johann August von Ponickau (1718–1802) sowie aus dem Besitz des Thüringisch-Sächsischen Geschichtsvereins. Beide Sammlungen wurden im 1926 zusammengeführt, in einem handschriftlichen Katalog erfasst und in Pappschachteln untergebracht.
Über zwei Drittel der Urkunden sind auf Pergament, knapp ein Drittel auf Papier geschrieben; wenige Stücke sind gedruckt. Insgesamt sind 389 anhängende Siegel erhalten, darunter Papstbullen und Herrschersiegel. Das älteste Stück stammt aus dem Jahr 1261, das jüngste aus dem Jahr 1827. Zu den Objekten zählen eine Urkunde von Königin Elisabeth von Ungarn (1340–1387) sowie Wappenbriefe der Kaiser Karl V. und Rudolf II. Von besonderer Bedeutung sind 42 Urkunden zur Geschichte des Klosters St. Nicolai in Halberstadt und elf Urkunden zum Kloster Kelbra.
Um den Bestand zu sichern und wieder nutzbar zu machen, wurden die Objekte trockengereinigt, restauratorisch gesichert und schutzverpackt. Dabei wurden sie geglättet und plangelegt; Urkunden ohne Siegel wurden in Umschläge umgebettet. Für Siegelurkunden wurden individuelle Tableaus angefertigt, an denen die in neue Hüllen verpackten Siegel mithilfe von Kartonwinkeln und Kreissegmenten befestigt wurden.