Zahlen und Fakten

Bundesland
Ort
Gießen, Deutschland
Jahr
2025
Förderlinie
Kategorie
Träger
Gattung
Materialität
Fördersumme
12.941,25 Euro
Eigenmittel
2.588,25 Euro
Landesmittel
10.353,00 Euro
Gesamtmittel
25.882,50 Euro
Laufende Meter (Archiv)
27,00 Meter

Der Bestand historischer Gutachten der Juristischen Fakultät Gießen wurde zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert erstellt. Einzelne Anlagen reichen jedoch bis ins Jahr 1597 zurück. In der Forschungsliteratur sind diese u. a. als "Responsa", "Konsiliensammlungen" oder "Spruchakten" bekannt. Sie dokumentieren das etablierte Rechtsinstitut der Aktenversendung, das in der Frühen Neuzeit bis zum Verbot aller Sondergerichte durch das Gerichtsverfassungsgesetz von 1877/79 praktiziert wurde. Dabei wurden Gerichtsakten zur Begutachtung an Juristische Fakultäten, auch im deutschsprachigen Ausland, verschickt. 

Von den in Gießen erstellten Gutachten wurden in der Regel die Konzepte bei der Juristischen Fakultät belassen (ca. 15.000 bis 18.000 Stück). Der Bestand stellt somit eine breite Ersatzüberlieferung dar. Er ist eine bedeutende Quelle für die Rechts-, Sozial- und Universitätsgeschichte und wurde vor allem im Hinblick auf die Rolle der Universitäten bei Hexenprozessen untersucht. 

Aufgrund der jahrzehntelangen Lagerung ohne Schutzverpackung, der bis 1983 fehlenden Klimatisierung der Räume sowie der Auslagerung und Umzüge des Bestands waren die Objekte stark verschmutzt und zum Teil beschädigt. Eine Nutzung war daher nur eingeschränkt möglich. Im BKM-Sonderprogramm wurden die Unterlagen im Umfang von 27 laufenden Metern trockengereinigt, restauratorisch gesichert und schutzverpackt.