Zahlen und Fakten
Seit 2015 verfolgt das Hessische Landesarchiv das mehrjährige Projekt "Sicherung der Überlieferung zur NS-Zeit", um den Erhalt zentraler Quellen zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit zu gewährleisten. Das aktuelle Vorhaben konzentriert sich auf Unterlagen zur "Entnazifizierung". Mit dem Gesetz zur Befreiung von Nationalsozialismus und Militarismus vom 5. März 1946 wurden schrittweise Spruchkammern in hessischen Stadt- und Landkreisen eingerichtet, um die Beteiligung der Bevölkerung an NS-Verbrechen festzustellen.
Die Akten der Spruchkammer Wiesbaden dokumentieren die Verfolgung von Straftaten und die Entnazifizierung durch die deutsche Zivilverwaltung ab 1946. Sie zeigen die Aufarbeitung der NS-Diktatur in der jungen Bundesrepublik und die Handlungs- und Wirkungsspielräume der Spruchkammern. Entsprechend hoch ist das Nutzungsinteresse an den 2.800 Laufmetern Akten. Dies gilt für die lokale, regionale, nationale sowie internationale Forschung – nicht zuletzt angesichts der sinkenden Zahl noch lebender Zeitzeug·innen. Im BKM-Sonderprogramm 2025–2027 wird der Bestand trockengereinigt, massenentsäuert und schutzverpackt.