Zahlen und Fakten
Für die Bestände des Stadtarchivs Pforzheim ist der säurebedingte Papierzerfall die größte Bedrohung: Der Schwerpunkt der Überlieferung liegt im 20. Jahrhundert, der größte Teil des Archivguts entstand zwischen 1900 und den 1980er-Jahren und muss daher dringend behandelt werden.
Seit 2022 werden regelmäßig amtliche Bestände entsäuert. Das im BKM-Sonderprogramm geförderte zweijährige Projekt führt die Maßnahme fort, erstmals in Kombination mit der archivgerechten Verpackung des entsäuerten Archivguts.
In den Jahren 2024 bis 2025 wurden vor allem die Bestände "Hauptamt", "Personal- und Organisationsamt", "Sozialamt", "Jugendamt" und "Gemeindearchiv Eutingen" konservatorischen Maßnahmen unterzogen. Die ausgewählten Bestände sind unverzichtbare Dokumente für die Geschichte Pforzheims und der Region Nordschwarzwald. Sie enthalten relevante Quellen für vielfältige Forschungsfragen vor allem aus dem Bereich der Verwaltungs- und Sozialgeschichte. Letzteres ist mit Blick auf die aktuell schwierige soziale Lage Pforzheims mit hoher Arbeitslosigkeit und einem Strukturwandel bedingt durch den Niedergang von Schmuckindustrie und Versandhandel von besonderem Interesse.
Im Rahmen des Projekts wurden die wichtigen konservatorischen Maßnahmen Entsäuerung und archivgerechte Verpackung umgesetzt, damit die wertvollen Unterlagen langfristig erhalten werden können und auch in Zukunft für Forschung und Stadtgeschichte zur Verfügung stehen.