Zahlen und Fakten
Franz Schroedter (1897–1968) absolvierte eine Ausbildung zum Architekten, bevor er 1919 zum Film ging. Immer wieder nahm er aber auch Architekturaufträge an. So baute er beispielsweise 1927 das Berliner Lichtspieltheater Marmorhaus um und ersetzte die expressionistische Innenausstattung durch eine neusachliche Gestaltung. Im Nationalsozialismus konnte Schroedter seine Karriere fortsetzen: Ab den 1930er-Jahren konzipierte er Studiobauten und realisierte z. B. 1939 die Froelich-Tonfilmstudios in Berlin-Tempelhof. 1940 wurde er Technischer Direktor der Produktionsfirma Tobis und verantwortete unter anderem die Bauten für den NS-Propagandafilm "Ohm Krüger" (1941). Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete Schroedter zunächst wieder als Szenenbildner und stattete z. B. die Nachkriegsproduktionen "Die Sünderin" von Willi Forst und "Der Verlorene" von Peter Lorre (beide 1951) aus.
Der von der Stiftung Deutsche Kinemathek 1969 erworbene Nachlass umfasst rund 1.000 detailliert beschriftete Zeichnungen. 1999 wurde er durch eine Schenkung um zahlreiche Dokumente, Fotos, Geschäftsunterlagen und Werbematerialien erweitert. Im BKM-Sonderprogramm wurde der Bestand restauratorisch gesichert. Dabei wurden Feuchtigkeitsschäden behandelt; zudem wurde das Material entmetallisiert und in langzeitstabile Verpackungsmaterialien umverpackt. Die beschrifteten Baupläne und architektonischen Grundrisse wurden entrollt, gereinigt und plangelegt, um sie für eine spätere Digitalisierung vorzubereiten.