Zahlen und Fakten

Bundesland
Ort
Kassel, Deutschland
Jahr
2025
Förderlinie
Kategorie
Schadensbild
Überlieferungssegment
Fördersumme
5.264,70 Euro
Eigenmittel
1.052,95 Euro
Landesmittel
4.211,76 Euro
Gesamtmittel
10.529,41 Euro
Laufende Meter (Archiv)
11,00 Meter

Die Juristin Elisabeth Selbert (1896–1986) trat in der Weimarer Republik der SPD bei und engagierte sich frauenpolitisch. Während des Nationalsozialismus gehörte sie einer Gruppe von Anwält·innen an, die versuchten, Menschen vor Verfolgung, KZ-Inhaftierung und anderen Bedrohungen zu schützen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Selbert am politischen und juristischen Aufbau des Landes Hessen beteiligt. Als politisch Unbelastete wirkte sie in Spruchkammern und Ehrengerichten an der Entnazifizierung mit. 

Zudem war sie in die Formulierung der Hessischen Verfassung und des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland involviert. Als eine von nur vier Frauen neben 61 Männern wurde sie 1948 für den Parlamentarischen Rat nominiert. Es ist ihr zu verdanken, dass der Gleichberechtigungsparagraf "Frauen und Männer sind gleichberechtigt" (Art. 3, Abs. 2) in das Grundgesetz aufgenommen wurde. 

Selberts Nachlass umfasst 13 Laufmeter Archivgut und 6 Laufmeter Bibliotheksgut von 1912 bis 1996 und dokumentiert ihre Tätigkeit im Parlamentarischen Rat, in der Verfassunggebenden Landesversammlung von Groß-Hessen, im Hessischen Landtag, in den Gremien der Sozialdemokratischen Partei sowie in verschiedenen Vereinen und Verbänden. Darüber hinaus enthält der Bestand private Korrespondenz, Unterlagen aus Jurastudium und Referendariat sowie aus ihrer Tätigkeit als Anwältin. Neben Büchern, Zeitschriften und Broschüren gibt es zahlreiche Sammlungen von Zeitungsausschnitten zu juristischen, frauenpolitischen und allgemeinpolitischen Themen. Vieles davon scheint als Grundlage für Artikel und Vorträge gedient zu haben, zu denen sich auch Manuskripte und Notizen finden. Im BKM-Sonderprogramm wurden elf Laufmeter des Nachlasses entsäuert.