Zahlen und Fakten

Bundesland
Ort
Limburg, Deutschland
Jahr
2024
Förderlinie
Kategorie
Gattung
Materialität
Fördersumme
3.790,00 Euro
Eigenmittel
3.793,01 Euro
Gesamtmittel
7.583,01 Euro
Laufende Meter (Archiv)
16,80 Meter

Historische Kirchenbücher aus dem 16. bis zum 19. Jahrhundert wurden 2024 mit individuell gefertigten Klappdeckelboxen versehen. Dabei handelt es sich um die als Depositum im Diözesanarchiv Limburg verwahrten Matrikel der Pfarreien Camberg, Dietkirchen, Eltville, Flörsheim, Frankfurt/Dom, Geisenheim, Kiedrich, Königstein, Lahr, Limburg/Dom, Montabaur, Niederlahnstein, Wetzlar und Winden. Die Maßnahme stellte einen Baustein des KEK-Modellprojekts dar. Die Klappdeckelboxen zur stehenden Lagerung wurden aus alterungsbeständiger Kartonage nach DIN ISO 16245 gefertigt und mit Signaturschildern versehen. Im Diözesanarchiv Limburg konnte damit ein wichtiger Schritt zur konservatorischen Sicherung der wertvollen Bände getan werden. Die neue Umverpackung schützt die Pfarrmatrikel nämlich vor schädigenden äußeren Einflüssen wie Licht und Staub. Nicht minder dienen die Boxen als Schutz bei Großschadensfällen, etwa vor Löschwasser. Die exakte Anpassung an das Format der Einzelbände verhindert zukünftig eine Deformation des Buchblocks. Aus den Klappdeckelboxen lassen sich die Kirchenbücher auch problemlos wieder entnehmen, ohne dass Schäden am Buchrücken entstehen.

Im Zuge der Verpackung durch das Archivteam kam der zweite Baustein des KEK-Modellprojekts zum Tragen. So erfolgte eine differenzierte Schadenserfassung bei den Kirchenbüchern. Erhoben wurden unter anderem Schäden am Einband und dem Buchblock, gelöste Bindungen und lose Einzelseiten, Wasserschäden, Tier- und Tintenfraß sowie Verklebungen mit Selbstklebeband. Sind Erhaltungsmaßnahmen an den Kirchenbüchern bislang eher punktuell und unsystematisch erfolgt, so erlaubt die Schadenserfassung nunmehr eine planmäßige restauratorische Aufbereitung der im Diözesanarchiv konzentrierten Pfarrmatrikel. Die ermittelten Schadensbilder bieten verschiedene Ansatzpunkte für restauratorische Maßnahmen in den nächsten Jahren zur Sicherstellung des dauerhaften Erhalts der bedeutenden, unikalen Archivüberlieferung. Das KEK-Modellprojekt ist bzw. wirkt somit gleichsam nachhaltig wie vorausschauend.