Zahlen und Fakten

Die Bibliotheca Christianei besitzt eine herausragende Sammlung mittelalterlicher Handschriften, Inkunabeln und Buchdrucke ab dem 15. Jahrhundert. Diese umfassen eine beeindruckende thematische Vielfalt, von Werken lateinischer und griechischer Klassiker über historische Abhandlungen, theologische Texte, philosophische Diskussionen, Reiseberichte, Enzyklopädien, naturwissenschaftliche Grundlagenschriften bis zu europäischer Literatur.

Die Ursprünge der Büchersammlung liegen noch vor der Gründung des Christianeums im Jahr 1738. Sie gehen zurück auf das Vermächtnis des Theologen Johann Otto Glüsing (1675/76–1727), auch bekannt als Tranquillo. Durch Erbschaften, Schenkungen und zielgerichtete Ankäufe wuchs der Bestand kontinuierlich. Bedeutende Beiträge kamen von Professor Johann Peter Kohl (1698–1778) und dem Altonaer Pastor Johann Adrian Bolten (1742–1807). Zahlreiche Bücher zeigen handschriftliche Notizen, die auf eine intensive Nutzung hindeuten. Der besondere Charakter der Sammlung besteht darin, dass sie eine der wenigen historischen Schulbibliotheken ist, die in ihrem ursprünglichen Kontext erhalten geblieben sind. Im Zuge der Renovierungsmaßnahmen von 2014 bis 2016 wurde im Christianeum ein klimakontrollierter Tresorraum eingerichtet, der einen nachhaltigen Schutz der Bestände gewährleistet.

Ziel des im BKM-Sonderprogramm geförderten Projekts ist die Instandsetzung der besonders wertvollen und dringlich zu restaurierenden Exemplare der Sammlung, darunter 18 Bände mit gedruckten und handschriftlichen Dokumenten. Im Rahmen der Maßnahmen werden alle Objekte einer Trockenreinigung unterzogen sowie Einband und Buchblock restauriert. Zusätzlich wird für die Exemplare ein Schutzbehältnis gemäß DIN ISO 1625 Typ A angefertigt. Bei 17 Bänden ist eine Papierrestaurierung vorgesehen. Zudem wird bei 10 Bänden der Ledereinband ergänzt.