Zahlen und Fakten
Der Bestand "Staatsanwaltschaft Landgericht" enthält Strafverfahrensakten aus dem Zeitraum von 1930 bis 1950, wobei die NS-Zeit den Schwerpunkt bildet. Die Überlieferung ist bundesweit einmalig, da neben Akten des Hanseatischen Sondergerichts auch Unterlagen zu Verfahren vor dem Amts- und Landgericht in größerem Umfang überliefert sind. Der Bestand dokumentiert insbesondere das Vorgehen des NS-Regimes gegen verschiedene Personengruppen, darunter Homosexuelle, Jüdinnen und Juden sowie politisch Andersdenkende. Die Akten aus der Zeit der Weimarer Republik zeugen zudem von den politischen Auseinandersetzungen zwischen Nationalsozialisten und Kommunisten. Dokumente der Nachkriegszeit spiegeln die Nöte der Bevölkerung wider und zeigen erste Ansätze einer strafrechtlichen Verfolgung der NS-Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Im BKM-Sonderprogramm werden ca. 104 laufende Meter des Bestands gereinigt, entmetallisiert und schutzverpackt. Eine ebenfalls durchgeführte Schadensanalyse soll als Grundlage für weitere restauratorische Bearbeitungen der Akten dienen.