Zahlen und Fakten

Bundesland
Ort
Bremen, Deutschland
Jahr
2025
Förderlinie
Kategorie
Träger
Überlieferungssegment
Fördersumme
5.930,00 Euro
Eigenmittel
2.500,00 Euro
Gesamtmittel
8.430,00 Euro
Laufende Meter (Archiv)
1,90 Meter

Ein Novembernachmittag im Archiv – und plötzlich wird alles ganz hektisch: Ein Rohrbruch hat zu Wassereintritt in einem Privatkeller geführt und wird zum Notfall für das Staatsarchiv. Denn in dem Keller lagerte ein wertvoller Familiennachlass, der vom Archiv übernommen werden sollte und schnell geborgen und erstversorgt werden muss. Bei dem geretteten schriftlichen Kulturgut handelt es sich um den Nachlass des jüdischen Reichstagsabgeordneten und Gesundheitspolitikers Dr. Julius Moses (1868–1942), der von 1893 bis 1941 in Berlin aktiv war und in Theresienstadt ums Leben kam. Er gehörte von 1920 bis 1932 dem Vorstand der USPD und der SPD an und war als Arzt und Abgeordneter an der Reichspolitik beteiligt. Ab 1933 legte er eine sachthematische Sammlung zur Verfolgung der Juden im Dritten Reich an, die vor allem aus Zeitungsartikeln mit umfangreichen Kommentaren sowie ergänzenden Briefen und Schriften besteht. 

Der Nachlass, der in 69 Mappen und wenigen losen Blättern und Broschuren formiert ist, umfasst den Zeitraum von 1933 bis 1941 und hat einen Umfang von 1,9 laufenden Metern. In der KEK-Modellprojektförderung wurden die Archivalien restauratorisch gesichert. Um einer Zersetzung des Papiers durch fortschreitende Säureschäden entgegenzuwirken, wurden die Unterlagen zudem entsäuert. Abschließend erfolgte eine archivgerecht Schutzverpackung, um die wertvollen Unterlagen künftig sicher im Magazin des Staatsarchivs zu lagern.