Zahlen und Fakten

Bundesland
Ort
Saarbrücken, Deutschland
Jahr
2022
Förderlinie
Kategorie
Träger
Gattung
Fördersumme
18.194,00 Euro
Eigenmittel
18.194,00 Euro
Gesamtmittel
36.388,00 Euro
Laufende Meter (Archiv)
22,80 Meter

Der im Landesarchiv Saarbrücken gelagerte Bestand "Staatskommissar für die politische Säuberung" umfasst 5.765 Einzelfallakten aus den Jahren 1945 bis 1952 und dokumentiert die Entnazifizierung in einer Sonderzone der französischen Besatzungszone. Die Archivalien sind für die Erforschung der NS-Zeit auf dem Gebiet des heutigen Saarlands von überragender Bedeutung. Aufgrund der weitgehenden politischen Eigenständigkeit des Saarlands, das erst zum 1. Januar 1957 dem Geltungsbereich des Grundgesetzes beitrat, ist in den Akten zudem eine besondere Perspektive im Vergleich zur übrigen westdeutschen Entnazifizierung dokumentiert. 

Die ungebundenen Akten sind durch heterogene Papierqualitäten mit einem großen Anteil an dünnem Durchschlagpapier charakterisiert. Zudem befanden sich die Akten in den ursprünglichen Aktenumschlägen und in nicht säurefreien Archivboxen. Im Rahmen des BKM-Sonderprogramms wurden die Akten trockengereinigt und schutzverpackt, um dem Alterungsprozess der Originale entgegenzuwirken und die Lebensdauer der Akten zu verlängern. Die geplante Maßnahme stellt sicher, dass eine Nutzung und Auswertung zentraler Quellen zur NS-Geschichte und zum Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit in der Nachkriegszeit im heutigen Saarland auch weiterhin möglich sind. Zudem bildet die Entsäuerung der Archivalien die Grundlage für eine geplante Digitalisierung, die den Bestand online einer breiten Öffentlichkeit zur Verfügung stellt.