Zahlen und Fakten
Die Telemanniana umfassen die Werke des deutschen Barock-Komponisten Georg Philipp Telemanns (1681–1767), von denen ein zentraler Teil im Archiv der Sing-Akademie zu Berlin überliefert ist. Als älteste Chor-Vereinigung Deutschlands (1791) besitzt die Sing-Akademie eine der weltweit wichtigsten privaten Musiksammlungen des achtzehnten Jahrhunderts. Dazu gehören über 7.000 Blätter von Telemanns größtenteils handschriftlich angefertigten Kompositionen, die mit anderen Werken im Zweiten Weltkrieg 1943 nach Schlesien ausgelagert wurden. Nachdem die Sammlung als vermisst galt, wurde sie 1999 in Kiew wiederentdeckt und im Jahr 2001 nach Berlin zurückgebracht, wo sie bis heute in der Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin als Depositum verwahrt wird.
Bislang war der Bestand vor allem aufgrund des schlechten Erhaltungszustands der Notenblätter für die Nutzung gesperrt. Ziel der KEK-Modellprojektförderung war es, die durch Tintenfraß und Papierbruch bedrohten Telemanniana physisch zu retten und in vollem Umfang wieder zu Forschungs- und Aufführungszwecken nutzbar zu machen. Der besonders stark beschädigte Teil des Bestands konnte bereits vollständig gesichtet und inklusive ausführlicher Dokumentation testweise restauriert werden. Neben der Sicherung der Telemanniana sollte im Rahmen des KEK-Modellprojekts ein Restaurierungsverfahren für besondere Schadensbilder etabliert und für Restaurator·innen von Beständen mit ähnlichen Schadensbildern zugänglich gemacht werden.