Zahlen und Fakten
Der Bestand "Inventuren und Teilungen" enthält Vermögensbeschreibungen aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Diese wurden jeweils bei Heirat (Inventur) oder Tod (Teilung) von Bürger·innen durch die Stadt Nagold angelegt, um Erbschaftsstreitigkeiten zu vermeiden. Pro Inventur oder Teilung entstand eine Papierakte. Für die Einwohner·innen des Herzogtums Württemberg waren diese seit dem 16. Jahrhundert gesetzlich vorgeschrieben. Sie geben detailliert Auskunft über die Besitzverhältnisse breiter Bevölkerungsschichten und sind damit wichtige Quellen für die Alltagskultur sowie für die Sozial- und Wirtschafts- sowie die Kirchen- und Familiengeschichte des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation bzw. des Deutschen Kaiserreichs.
Aufgrund unsachgemäßer Lagerung war der ca. 5.000 Archivblätter umfassende Bestand verschmutzt und von Schimmelpilz befallen. Das Papier war stark angegriffen und in einigen Fällen verblockt. In einem zweijährigen Projekt im BKM-Sonderprogramm wird der Aktenbestand dekontaminierend gereinigt und das Papier durch Anfasern stabilisiert. Abschließend werden die Objekte in Archivboxen nach DIN ISO 16245-A verpackt, um sie vor Staub und Licht zu schützen.