Zahlen und Fakten

Ort
Jülich, Deutschland
Jahr
2023
Förderlinie
Kategorie
Träger
Gattung
Fördersumme
10.000,00 Euro

Die Unterlagen der Stadt Jülich aus der Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg wurden bei einem Bombenangriff 1944 fast vollständig vernichtet. Einzig die heute als Bestand III im Stadtarchiv gelagerten Akten haben sich erhalten. Mit gut 26% bilden die Unterlagen aus der Zeit der Belgischen Besatzung einen großen Teil des Bestands, der zu seinem Schutz 1945 eingemauert und erst 1953 wiederentdeckt wurde. Hier finden sich neben öffentlichen Bekanntmachungen und Anordnungen der Besatzungstruppen auch Akten zur Versorgung der Bevölkerung. Die Mehrzahl der Dokumente beschäftigt sich mit dem Zusammenleben von Besatzungstruppen und Jülicher Bevölkerung. Akten zu Quartiervergütungen, Quartierschäden und der Beschlagnahmung von Privatquartieren zeichnen ein genaues Bild der Lebensumstände. Immer wieder sind auch Konflikte und Streitfälle zwischen der Bevölkerung und den Besatzern dokumentiert. So bieten die Akten einen guten Einblick in die damalige Lebensrealität der Jülicher·innen. Daneben ist der Bestand auch für heimatkundliche und genealogische Forschungen eine wichtige Quelle. 

Aufgrund der mangelhaften Lagerung und des Bombentreffers zeigten die Akten allerdings deutliche Papierschäden. Vornehmlich waren Wasserschäden und deren Folgen, d. h. Schimmelpilz und Papierzerfall, zu verzeichnen. Hinzu kamen zahlreiche Säureschäden, Bindungsschäden und weitere mechanische Beschädigungen. Im BKM-Sonderprogramm wurden 100 Akten aus der Besatzungszeit gereinigt, teilweise entsäuert und restauriert. Sie stehen nun der Forschung und interessierten Bürger·innen wieder zur Nutzung zur Verfügung.