Wir betreiben aktiv strukturelle Netzwerkarbeit im Bereich der Erhaltung des schriftlichen Kulturguts und der Überlieferungssicherung. Neben dem von uns initiierten Netzwerk, das die Grundlage für die Bundesweiten Expertengespräche zum Originalerhalt bildet, arbeiten wir mit vielen weiteren Partnern und Stakeholdern für den Erhalt des schriftlichen Kulturerbes. Einige dieser Partner unseres Netzwerks stellen wir hier vor.

Bereich Archive

Bundeskonferenz der Kommunalarchive (BKK)

Die BKK ist der archivische Fachverband beim Deutschen Städtetag als dem geschäftsführenden Verband der Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände. Die BKK dient dem Erfahrungsaustausch über fachspezifische Themen und Probleme kommunaler Archive sowie der Beratung der Hauptgeschäftsstellen der kommunalen Spitzenverbände zu Fragen des kommunalen Archivwesens.

Der BKK gehören bis zu 25 Mitglieder an, die hauptamtlich Leiterin oder Leiter eines kommunalen Archivs oder einer Archivberatungsstelle sein sollen. Sie werden für vier Jahre vom Deutschen Städtetag berufen. Dabei sollte möglichst jedes Bundesland vertreten sein.

Der Vorsitzende der BKK, Dr. Marcus Stumpf, ist Mitglied im Fachbeirat der KEK. 

Mehr Informationen finden Sie auf der Website der BKK.

Die Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Archivverwaltungen des Bundes und der Länder

Die KLA stimmt sich in Fachfragen von übergreifendem Interesse ab und spricht Empfehlungen aus.  Der Bestandserhaltungsausschuss der KLA beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Entwicklung von praxisnahen Empfehlungen zum Originalerhalt von Archivgut auf der Grundlage eines breiten (spartenübergreifenden) fachlichen Austauschs und einschlägiger Normen und Standards. Der Ausschuss besteht aus acht Mitgliedern und einem Experten des Geheimen Staatsarchivs PK als ständigem Gast.

Der Vorsitzende des Bestandserhaltungsausschusses der KLA, Dr. Johannes Kistenich-Zerfaß, ist Mitglied im Fachbeirat der KEK.

Mehr Information finden Sie hier.  

Bereich Bibliotheken

Kommission Bestandserhaltung beim dbv

Logo dbv

Die Kommission Bestandserhaltung ist im Deutschen Bibliotheksverband e.V. Ansprechpartner für Fragen zum Originalerhalt der schriftlichen Überlieferung. Sie unterstützt die Entwicklung und Umsetzung von Strategien der Bestandserhaltung und setzt sich für die Evaluierung und Weiterentwicklung von Methoden der Bestandserhaltung ein. Zum Wissensaustausch organisiert sie regelmäßig praxisnahe Fortbildungsveranstaltungen.

Die Kommission Bestandserhaltung pflegt den fachlichen Austausch mit Experten für Bestandserhaltung in Bund, Ländern und Kommunen und erarbeitet bedarfsgerecht Handreichungen und Empfehlungen. 

Der Vorsitzende der Kommission Bestandserhaltung, Dr. Michael Vogel, ist stellvertretender Vorsitzender im Fachbeirat der KEK. 

Arbeitsgemeinschaft der Regionalbibliotheken / AG Pflicht beim dbv 

Die AG Regionalbibliotheken hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Interessen der Bibliotheken mit regionalen Funktionen innerhalb und außerhalb des deutschen Bibliothekswesens zu vertreten, die Zusammenarbeit untereinander zu fördern und die Identität der Regionalbibliothek als eines spezifischen Bibliothekstyps zu stärken. Die KEK arbeitet eng mit der AG bei Fragen der Überlieferungssicherung und des Originalerhalts zusammen.

Die stellvertretende Vorsitzende der AG, Maria Elisabeth Müller, ist Mitglied im Fachbeirat der KEK.

Ad-hoc-AG Kooperative Überlieferung beim dbv

Die Ad-hoc-AG wurde von der Sektion 4 des dbv (Wissenschaftliche Universalbibliotheken) als Reaktion auf Diskussionen zu Überlieferungsthemen ins Leben gerufen. Mit der Namensgebung wird die Schwerpunktsetzung der AG auf Modelle der kooperativen Überlieferung deutlich. Hierbei soll es insbesondere um die koordinierte, kooperative Archivierung physischer Bestände gehen – mit Blick auf die Überlieferungssicherung angesichts des an vielen Orten vorhandenen Aussonderungsdrucks – sowie um die koordinierte Bestandserhaltung physischer Bestände. Die Sicherung der Zugänglichkeit wissenschaftsrelevanter Information soll hierbei im Vordergrund stehen.

Mehr Informationen finden Sie auf der Website des dbv

Bereich Forschung und Wissenschaft

Forschungsallianz Kulturerbe

Die Forschungsallianz hat sich aus einem Zusammenschluss der Fraunhofer-Gesellschaft, der Leibniz-Gemeinschaft und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gegründet. Inzwischen gehören ihr zusätlich noch die Staatliche Kunstsammlungen Dresden und die Sächsische Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden an. Die Allianz hat als Ziel, die geistes-, natur- und kulturwissenschaftlichen Kompetenzen der Partner zu bündeln, um gemeinsam neue Verfahren und Methoden für die Restaurierung und Konservierung von Kulturgut zu entwickeln und zu erproben, den Wissenstransfer zwischen Forschung und Restaurierungspraxis weiter zu intensivieren und die Bedeutung des Kulturerbes stärker im öffentlichen Bewusstsein zu verankern.

Mehr Informationen finde Sie auf der Website der Forschungsallianz.

Fraunhofer Institute

Logo Fraunhofer-Gesellschaft

Die Fraunhofer-Gesellschaft ist mit ihren Instituten die führende Organisation für angewandte Forschung im Bereich Konservierung. Beispielsweise beschäftigen diese sich mit der Stabilisierung brüchiger holzhaltiger Papiere. Sie verwenden dazu neuartige, biopolymerbasierte Materialien, die teilweise elektronenstrahlbehandelt werden, um die Papiere vor dem Zerfall zu bewahren. 

Ein anderes Thema der Papiererhaltung, an dem die Fraunhofer Institute forschen, betrifft die virtuelle Rekonstruktion: Kriegsbedingte Wasserschäden haben an mittelalterlichen Handschriften teilweise „Verblockungen“ erzeugt. Diese Schäden entstanden in Folge der Lagerung im zweiten Weltkrieg und werden im Wesentlichen durch Pilzbefall (Hyphen) und gealterte gegenseitig verschränkte Zellulosefasern verursacht, die die Seiten und Fragmente „zusammenkleben“. Die Lösung der Verblockungen ist eine große Herausforderung und braucht weitere Forschung, denn bisher können sie nur per Hand in mühevoller, zeitraubender Arbeit gelöst werden. 

Mehr Informationen finden Sie auf der Website der Fraunhofer-Gesellschaft.

HAWK Hildesheim: Studiengang Konservierung und Restaurierung

Zwischen der KEK und der HAWK Hildesheim gibt es einen regen Austausch im Themenbereich der Bestandserhaltung. 

Die Leiterin der KEK, Dr. Ursula Hartwieg, hielt z.B. an der Studienrichtung Konservierung und Restaurierung von Schriftgut, Buch und Graphik im Jahr 2019 eine Vorlesung, die das Ziel verfolgte, den Studierenden die inter­disziplinären Aufgabenfelder der Kulturguterhaltung darzulegen und sie in ihrem politischen Kontext zu erklären. Die Studierenden haben sich im Rahmen des Minors Bestandserhaltungsmanagement auf die Veranstaltung vorbereitet und konnten in der Diskussion die Bedeutung eines fachlichen Dialogs zwischen der KEK und Hochschulen mit Restaurierungsstudium herausarbeiten. Er soll dazu beitragen, wichtige Arbeitsfelder zu thematisieren und helfen, die fachlichen Kompetenzen der zukünftig dringend gebrauchten Fachkräfte zu formulieren und in die Lehre einzubeziehen. Die erfolgreiche Lehrveranstaltung mit Dr. Ursula Hartwieg ist zukünftig ein fester Bestandteil des Minors Bestandserhaltungsmanagement.

Mehr Informationen zum Studiengang erhalten Sie auf der Website der HAWK.

Institut für Erhaltung von Archiv- und Bibliotheksgut (IfE) 

Das Institut für Erhaltung von Archiv- und Bibliotheksgut (IfE) des Landesarchivs Baden-Württembergs, das sowohl als Zentralwerkstatt als auch als Koordinierungsstelle im Land fungiert, betreibt mit seinen Werkstätten für Restaurierung und Konservierung auch eigene Forschungen. Hieraus resultierende Erkenntnisse werden in Fortbildungen weitergegeben.

Mehr Informationen erhalten Sie hier.

Technische Hochschule Köln

Logo TH Köln

In der Studien- und Forschungsrichtung Schriftgut, Grafik, Fotografie und Buchmalerei  an der TH Köln wird die Restaurierung und Konservierung von schriftlichem und grafischem Kulturgut vermittelt. Das umfasst beschriebene, bemalte oder bedruckte Einzelblätter wie Urkunden, Druckgrafiken, Zeichnungen, Buchmalereien, Fotografien, ebenso wie gebundene Bücher, Akten, dreidimensionale Objekte, z.B. Globen oder Theatermodelle und Großobjekte wie Papier- und Ledertapeten. Im Bachelorstudium werden die vier Säulen der Schriftgut- und Grafikrestaurierung behandelt: Papier- und Grafikrestaurierung, die Leder- und Buchrestaurierung, die Restaurierung von Pergament und Buchmalerei sowie die Fotorestaurierung. Vertiefend werden wechselnde Schwerpunktthemen wie z.B. die Restaurierung von Siegeln, Großformaten (wie Tapeten oder Architekturpläne) oder ethnologischen Objekten (z. B. Papyrus, Schattenspielfiguren) angeboten.

Bereich Kulturgutschutz

Blue Shield 

Blue Shield ist eine internationale und UNESCO-affiliierte Organisation, die das Kulturerbe der Welt schützen möchte, und zwar durch Einleiten und Koordinieren von Vorsorge- und Hilfsmaßnahmen bei z.B. bewaffneten Konflikten, Naturkatastrophen und großen von Menschen verursachten Katastrophen.

Aufgaben und Ziele von Blue Shield sind z.B. Sicherheit und Respekt für Kulturgut zu fördern, nationale und überregionale Experten für Vorsorge und Katastrophenhilfe auszubilden und beim Kulturgutschutz als beratende Instanz mitzuwirken.

Mehr Informationen finden Sie hier.

Notfallverbünde 

Prävention hat heute bei vielen Archiven und Bibliotheken einen höheren Stellenwert als noch vor einigen Jahren. Vorbereitende Maßnahmen reichen von der Anschaffung von Notfallboxen, die Durchführung von Katastrophenübungen bis hin zum Zusammenschluss zu regionalen Notfallverbünden. Diese Notfallverbünde erarbeiten gemeinsam Konzepte, um im Fall einer Katastrophe schnell und koordiniert handeln zu können. Ein Ergebnis dieser Zusammenarbeit ist die Website notfallverbund.de, auf der zahlreiche Informationen zur Prävention abrufbar sind. So soll eine Grundlage geschaffen werden, um betroffenes Kulturgut in Sicherheit bringen und zügig Ersthilfe leisten zu können. Die KEK ist in den Aufbau dieses Webangebots eingebunden und hat darüber hinaus Projekte zur Gründung von Notfallverbünden gefördert. 

SiLK 

SiLK, der SicherheitsLeitfaden Kulturgut der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen (KNK) dient mit seinen einführenden Abhandlungen, Fragebögen und seinem Wissenspool der Schärfung des Bewusstseins für das Thema Sicherheit und dem Kulturgutschutz in Museen, Bibliotheken und Archiven. Er unterstützt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dabei, ihre Einrichtung im Bereich Sicherheit zu evaluieren, und zeigt Tipps und Lösungsmöglichkeiten auf. Die KEK kooperiert mit SiLk, beispielweise im Bereich Fortbildungen. 

Mehr Informationen finden Sie auf der Website der KNK

Bereich Politik

Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (kurz: Kultusministerkonferenz)

In der Kultusministerkonferenz (KMK) arbeiten die für Bildung und Erziehung, Hochschulen und Forschung sowie kulturelle Angelegenheiten zuständigen Ministerinnen und Minister bzw. Senatorinnen und Senatoren der Länder zusammen. Dabei nehmen die Länder ihre Verantwortung für das Staatsganze selbstkoordinierend wahr. In Angelegenheiten von länderübergreifender Bedeutung sorgen sie für das notwendige Maß an Gemeinsamkeit in Bildung, Wissenschaft und Kultur. Kunst und Kultur sind neben der Schul- und Hochschulpolitik der dritte Schwerpunkt der Koordinierungsarbeit in der Kultusministerkonferenz. Die Sicherung des Kulturerbes in Deutschland ist ein wichtiges Anliegen der KMK.

Vetreter der KMK nehmen als Gäste an Sitzungen des Fachbeirats der KEK teil.  

Kultur-MK

Um den kulturpolitischen Belangen der Länder als Kernstück der verfassungsrechtlich garantierten Kulturhoheit der Länder noch mehr Sichtbarkeit zu verschaffen und ihren Stellenwert in der öffentlichen Wahrnehmung zu verbessern, hat die KMK die Einrichtung einer eigenen Kulturministerkonferenz (Kultur-MK) beschlossen. Die Kultur-MK hat ihre Arbeit zum 01.01.2019 aufgenommen.

Archiv- und Bibliotheksreferate der Länder

Die Archiv- und Bibliotheksreferate der Länder sind wichtige Partner der KEK, insbesondere bei der Abwicklung des BKM-Sonderprogramms. Da die Länder dieses Programm mit 50 % gegenfinanzieren, ist eine enge Zusammenarbeit nötig. Auch deswegen gibt es seit Herbst 2019 ein jährliches Arbeitstreffen mit sämtlichen Vertreterinnen und Vertretern der zuständigen Landesreferate, das die Synchronisierung des BKM-Sonderprogramms mit den jeweiligen Landesprogrammen für den Originalerhalt in den Fokus nimmt.

Bereich Konservierung und Restaurierung
Logo VdR

 Verband der Restauratoren (VDR) 

Der VDR mit Sitz in Bonn und Berlin vertritt in Deutschland die beruflichen Interessen von rund 3.000 Restauratorinnen und Restauratoren aller Fachrichtungen. Die Hauptanliegen des Verbands sind der Schutz und die sachgerechte Bewahrung des Kunst- und Kulturgutes unter Respektierung seiner materiellen, kunsthistorischen und ästhetischen Bedeutung. Der Beruf des Restaurators hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer wissenschaftlichen Disziplin mit fundierter Hochschulausbildung entwickelt, die Theorie und Praxis in sich vereint. Die VDR-Website informiert umfassend zum Berufsbild, den Ausbildungswegen und den Weiterbildungsmöglichkeiten.

iADA Logo

Internationale Arbeitsgemeinschaft der Archiv-, Bibliotheks- und Graphikrestauratoren e. V. (IADA e.V.)

Auf internationaler Ebene befördert die IADA e. V. die fachliche Fortbildung der Restauratorinnen und Restauratoren, die Förderung des Nachwuchses und den gegenseitigen Erfahrungsaustausch. Auch zur Vertretung der beruflichen Interessen gibt die IADA e. V. relevante Impluse. Eine zentrale Rolle nimmt hierbei die Ausrichtung und Organisation von internationalen Kongressen und Symposien ein.