Die Bedrohung schriftlichen Kulturguts durch Säurefraß, Schmutz und unsachgemäße Handhabung betrifft alle schriftgutbewahrenden Einrichtungen. Dass der Einsatz für den Originalerhalt Archive, Bibliotheken und Museen zusammenbringt, davon legt nicht nur die Arbeit der KEK regelmäßig Zeugnis ab, etwa durch die jährlich stattfindenden Bundesweiten Expertengespräche. Auch die zentralen Gremien im Archiv- und Bibliotheksbereich haben nun gemeinsam eine Reihe an grundlegenden Publikationen zu diesem Thema veröffentlicht.

Im Mai wurde ein gremienübergreifendes Grundlagenpapier publiziert, das von Mitgliedern des Bestandserhaltungsausschusses der Konferenz der Leiterinnen und Leiter der Archivverwaltungen des Bundes und der Länder (KLA), der Bundeskonferenz der Kommunalarchive beim Deutschen Städtetag (BKK) und der Kommission Bestandserhaltung des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv) zusammen erarbeitet wurde.

Handreichung für die Praxis

Bei der Digitalisierung gibt es in Hinblick auf den Originalerhalt viele Aspekte zu berücksichtigen, die in der Praxis oft wenig bekannt sind. Das spartenübergreifende Grundlagenpapier "Archiv und Bibliotheksgut schonend digitalisieren" gibt hier Orientierung und Hilfestellung. Darin sind Informationen zu sämtlichen Materialarten in Archiven und Bibliotheken aufgelistet sowie die damit verbundenen Risiken und geeigneten Scantechniken. So soll es als praxisorientiertes Referenzwerk dienen und dabei den Aspekt des Originalerhalts beim Digitalisieren stärker in den Fokus rücken.

Eine Stellungnahme

Die Veröffentlichung des Grundlagenpapiers wird ergänzt durch die Publikation einer gemeinsamen Stellungnahme aller drei Gremien zur dauerhaften Archivierung von schriftlichem Kulturgut, die ebenfalls im Mai veröffentlicht werden konnte. Im Hinblick auf die Nutzung von geeignetem Papier bleiben die Gremien bei ihrem Fazit: "Nur Papiere, welche die DIN EN ISO 9706 erfüllen, sind alterungsbeständig und in allen Bereichen einzusetzen, in denen potentiell dauerhaft aufzubewahrendes Schriftgut entsteht."

Die gemeinsame Arbeit an den Publikationen betrachten die beteiligten Expertinnen und Experten als äußerst fruchtbar und als wichtigen Schritt in Richtung des gemeinsamen Ziels der Erhaltung des schriftlichen Kulturguts. Die Veröffentlichungen erweisen sich daher als gelungenes Modell für zukünftige spartenübergreifende Zusammenarbeit.