Das XI. Bundesweite Expert∙innengespräch fand am 2. Oktober 2024 in der Staatsbibliothek zu Berlin im Haus Unter den Linden statt. Insgesamt 32 Expert∙innen haben sich mit KEK, Fachbeirat und Förderinnen über die Entwicklungen auf dem Gebiet des Originalerhalts ausgetauscht. Zentrale Themen waren einzelne Strukturveränderungen in den Ländern und Neuerungen im Bereich Notfallvorsorge, aber auch die Herausforderungen rund um die Kürzungen im Bereich der verfügbaren Haushaltsmittel bestimmten den Austausch.

KEK-Modellprojektförderung

Die KEK-Modellprojektförderung zeigte 2024 eine deutlich angestiegene Nachfrage: Mit insgesamt 48 Anträgen waren im Vergleich zum Vorjahr deutlich mehr Fördermaßnahmen beantragt worden. Am stärksten angesprochen wurde die Kategorie Notfallvorsorge mit insgesamt 20 Anträgen. Für diese Maßnahmen standen 2024 erneut 50.000 Euro Zusatzmittel von Seiten der Ländergemeinschaft über die Kulturstiftung der Länder zur Verfügung. Mit Blick auf die Länderverteilung tritt in dieser Förderlinie besonders das Engagement Bayerns, Brandenburgs, Nordrhein-Westfalens und Sachsens bei der Beantragung im Jahr 2024 hervor. Gefördert wurden im Ergebnis insgesamt 36 KEK-Modellprojekte.

BKM-Sonderprogramm

Das BKM-Sonderprogramm war im Jahr 2024 von erheblichen Mittelkürzungen betroffen. Die Reduzierung des KEK-Gesamtetats um insgesamt 1 Millionen Euro hat zur bisher stärksten Überzeichnung der Förderlinie von insgesamt rund 250 Prozent geführt. Im Ergebnis konnten von 106 eingereichten Förderanträgen am Ende lediglich 56 Projekte im Umfang von rund 1,5 Millionen Euro bewilligt werden. Bei insgesamt 25 Projekten handelte es sich um eine Fortführung von Maßnahmen, die in vorangegangenen Förderjahrgängen begonnen wurden.

Grafik_BKM-Sonderprogramm 2024

Berichte aus den Ländern und Bundeseinrichtungen

Im Tagesordnungspunkt zu den Länderbeiträgen haben 14 Länder zu Status und Neuigkeiten rund um den Originalerhalt berichtet. Hervorzuheben sind hierbei die Entwicklungen im Bereich Notfallvorsorge im Land Brandenburg: In der KEK-Modellprojektförderung ist Brandenburg 2024 in dieser Kategorie stark vertreten: Es sind insgesamt vier Modellprojekte zur Beschaffung von Notfallboxen beantragt und bewilligt worden. Weiterhin haben sich die Archive auf Einrichtungsebene ertüchtigt. So verfügt inzwischen jede Einrichtung in Brandenburg über einen Notfallplan (insgesamt 70 Einrichtungen). Als allgemeines Erfolgsrisiko wird von mehreren Ländern die schwierige Haushaltslage thematisiert: Speziell kleineren Einrichtungen fehlen die Personal- und Sachmittelressourcen, um überhaupt einen Förderantrag zu planen und in die Wege zu leiten. Verlässliche Förderangebote würden beim Strukturaufbau hilfreich sein.    

Aktuelles aus der KEK

Das digitale Informationsangebot zum Originalerhalt im KEK-Portal wird kontinuierlich erweitert. Im Jahr 2024 stand die Entwicklung eines Fortschritts-Tool im Mittelpunkt: Konkret werden über diese neue Anwendung vor allem die seit 2010 in den Förderprojekten bearbeiteten Mengen in laufenden Metern (lfm) und Bänden recherchierbar sein. Zudem wurden die Projektdaten um Finanzierungsangaben ergänzt, sodass Informationen zu Landesmitteln, Eigenmitteln, Drittmitteln und Drittmittelgeber·innen (Stiftungen, Vereine etc.) eingesehen werden können. Im Rahmen der KEK-Tagung 2024 wurde die Datenvisualisierung schließlich veröffentlicht.