Projektförderungen 2026 im Überblick
Insgesamt 92 Projekte zur Sicherung von Originaldokumenten fördern wir in diesem Jahr. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und die Ländergemeinschaft stellen dafür rund 1,5 Millionen Euro im neuen Förderprogramm "Schriftliches Kulturgut erhalten" bereit. Denn für die kritische Auseinandersetzung mit Geschichte und Kultur sind Originalquellen grundlegend. "Die Bewahrung von Urkunden, Akten und Büchern gehört zum Wesenskern unserer demokratischen Gesellschaft", so Ursula Hartwieg, Leiterin der KEK. "Eine resiliente Demokratie braucht also resiliente Kultureinrichtungen. Deshalb ist es von zentraler Bedeutung, dass Bund und Länder die Sicherung der schriftlichen Überlieferung mit vereinten Kräften stärken."
Das neu aufgelegte Förderprogramm löst die bisherigen Förderlinien KEK-Modellprojektförderung und BKM-Sonderprogramm ab. Ziel ist die nachhaltige Stärkung der Resilienz schriftlichen Kulturguts – das verdeutlichen Beispiele aus der Förderung: Insgesamt 16 Projekte fallen in die Kategorie Notfallvorsorge. Die Vorbereitung auf Katastrophenereignisse wie Hochwasser spielt für Gedächtniseinrichtungen eine zunehmend wichtige Rolle. Neben kleineren Notfallboxen wird 2026 mehrfach größere Ausrüstung beschafft, darunter Notfallanhänger für den Notfallverbund Leipzig und die Notfallverbünde Schleswig-Holstein.
Der Großteil der Förderprojekte nimmt Sicherungsmaßnahmen wie Konservierung und Verpackung in den Blick. Im Landeshauptarchiv Koblenz wird seit 2025 das vollständig erhaltende Archiv der Firma Binsfeld bewahrt. Sie fertigte seit 1882 Glasmalereien für Kirchenfenster in Europa und der ganzen Welt an. Zahllose Fenster gingen durch Kriegszerstörungen oder Kirchenschließungen verloren und sind nur noch in künstlerischen Skizzen und Arbeitsunterlagen erhalten. Im Förderprojekt werden Teile des fragilen Bestands gereinigt und verpackt. Außerdem wird ein Schadenskataster als Planungsgrundlage für künftige Restaurierungen erstellt.
Teaserbild © Jörg F. Müller