Seit über 15 Jahren schon fördern wir in der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) den bundesweiten Originalerhalt. In dieser Zeit ist viel passiert – von den ersten Projekten über die offizielle Gründung bis hin zu wegweisenden digitalen Angeboten und großen Fachveranstaltungen gab es so einige Meilensteine. In dieser Chronologie haben wir die wichtigsten Ereignisse der letzten gut 15 Jahre gesammelt. 

2010: Die ersten KEK-Modellprojekte

Bereits ein Jahr vor der offiziellen Gründung haben wir unsere Arbeit aufgenommen: Im Jahr 2010 stellten Bund und Länder erstmals Fördermittel für Modellprojekte zur Bestandserhaltung in Archiven und Bibliotheken bereit.

2011: Gründung der KEK

Im August 2011 wird die KEK als Bund-Länder-Projekt offiziell gegründet. Sie ist ein kulturpolitisches Novum: Bis dahin hat es keine vergleichbare Initiative zur nationalen Koordinierung des Originalerhalts gegeben.  

2012: Ausstellung "Papier ist nicht geduldig" 

Neben Bestandserhaltung fördern wir auch öffentlichkeitswirksame Maßnahmen. 2012 vom Arbeitskreis der NRW-Papierrestauratoren e. V. realisiert, sensibilisiert die Ausstellung "Papier ist nicht geduldig" für die Bedeutung des Originalerhalts.

Ausstellungsansicht
Impression der Ausstellung "Papier ist nicht geduldig". © Arbeitskreis Nordrhein-Westfälischer Papierrestauratoren e.V.

2013: Erstes Bundesweites Expert·innengespräch

Der Originalerhalt ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die ein länderübergreifendes Vorgehen erfordert. Deshalb ist im Jahr 2013 auf unsere Initiative das Bundesweite Expert·innennetzwerk ins Leben gerufen worden, das sich einmal jährlich zum Gespräch trifft.

2014: Veröffentlichung des Tätigkeitsberichts

Nach Ablauf der ersten fünf Projektjahre galt es, Effekte und Wirksamkeiten der KEK zu überprüfen. Die Ergebnisse wurden 2014 im ersten Tätigkeitsbericht veröffentlicht. 

2015: Bundesweite Handlungsempfehlungen

Eine Kernaufgabe der Pilotphase war die datenbasierte Bilanzierung der Gefahren und Schäden für und an schriftlichem Kulturgut. Als Bundesweite Handlungsempfehlungen sind die Ergebnisse 2015 publiziert worden.

Tintenfraß
Die "Handlungsempfehlungen" geben einen Überblick über ganz unterschiedliche Schäden an Schriftgut. © J. F. Müller

2016: Erstes Volontariat

Als einzigartiger Lernort wurde die KEK 2016 gezielt für Nachwuchsförderung geöffnet.  Das wissenschaftliche Volontariat qualifiziert für Aufgaben in Gedächtnisinstitutionen, Fachstellen, einschlägigen Behörden oder in der Kulturpolitik.

2017: Start des BKM-Sonderprogramms 

Weil das Ausmaß der Schäden an Schriftgut enorm ist, war ein umfangreiches Förderprogramm erforderlich. 2017 hat die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien auf Grundlage der "Bundesweiten Handlungsempfehlungen" die Initiative ergriffen und das BKM-Sonderprogramm ins Leben gerufen.

2018: Erster KEK-Kalender 

Das Europäische Kulturerbejahr unter dem Motto "Sharing Heritage" haben wir zum Anlass genommen, einen Fotokalender zu gestalten. Entstanden ist die Publikation in Kooperation mit dem Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz.

Hanseurkunde
Bild einer Hanseurkunde aus dem Fotokalender "Sharing Heritage". © Jörg F. Müller

2019: Rekordförderjahr 

Zum Start 2017 stand für das BKM-Sonderprogramm eine Mio. Euro zur Verfügung, 2019 wurde das Fördervolumen mit 4,5 Mio. Euro mehr als vervierfacht. Mit vereinten Kräften wurden in diesem Jahr mehr als 130 Projekte umgesetzt.

2020: Das KEK-Portal geht online

Projekte, Daten, Wissen: Seit Sommer 2020 haben alle Informationen rund um den Originalerhalt eine feste Onlineadresse. Das KEK-Portal richtet sich an unterschiedliche Zielgruppen und wird kontinuierlich ausgebaut.

2021: Internationale Konferenz "Originalerhalt in Perspektive"

Schriftliches Kulturgut ist weltweit in seiner Substanz gefährdet. Bei der Internationalen Konferenz "Originalerhalt in Perspektive" im November 2021 erörterten Fachleute aus Europa und Nordamerika ganz unterschiedliche Rettungsstrategien.  

Ursula Hartwieg
Grußwort von Dr. Ursula Hartwieg, Leiterin der KEK, bei der Internationalen Konferenz 2021. © SBB, Carola Seifert

2022: Die Notfallverbundkarte geht online

Notfälle treten schneller ein als gedacht und sind nur gemeinsam zu bewältigen. Deswegen haben wir 2022 eine interaktive Karte veröffentlicht, die Anzahl und Lage von Notfallverbünden im gesamten Bundesgebiet visualisiert. 

2023: Fokus Notfallvorsorge 

Kulturgut kann durch Extremereignisse unwiederbringlich zerstört werden, deshalb fördern wir seit 2010 auch präventive Maßnahmen. Im Jahr 2023 warb die KEK beim BKM und der Kulturstiftung der Länder erstmals zusätzliche Mittel zur Notfallvorsorge ein.

2024: Erste KEK-Tagung

Im November 2024 haben wir zu einer ersten öffentlichen Tagung nach Berlin eingeladen. Unter dem Motto "Koordinierter Originalerhalt" wurden die strukturellen, strategischen und kulturpolitischen Voraussetzungen der Bestandserhaltung diskutiert.

Teilnehmerinnen der 1. KEK-Tagung
Teilnehmerinnen der 1. KEK-Tagung in Berlin. © KEK

2025: 10 Jahre Bundesweite Handlungsempfehlungen

Im Jahr 2025 lag die Veröffentlichung der "Bundesweiten Handlungsempfehlungen" genau zehn Jahre zurück. Gefeiert wurde dies im Rahmen der 2. KEK-Tagung in Berlin, bei der auch eine aktuelle Statusabfrage präsentiert wurde. 

2026: Neues Förderprogramm "Schriftliches Kulturgut erhalten"

Die zwei Förderlinien KEK-Modellprojektförderung und BKM-Sonderprogramm werden 2026 in einem neuen Programm zusammengeführt. Es bildet die neue Grundlage für die Bund-Länder-Förderung im Bereich Originalerhalt.