Seit 2010 unterstützt die KEK die bundesweite Erhaltung bedrohten schriftlichen Kulturguts in Archiven und Bibliotheken. In zwei unterschiedlichen Förderlinien können Projekte gefördert werden.

KEK-Modellprojektförderung

Seit 2010 werden in dieser Förderlinie Projekte gefördert, die modellhaft, innovativ und öffentlichkeitswirksam sind. Die Förderung von Modellprojektvorhaben trägt auf verschiedenen Ebenen zur nachhaltigen Sicherung des schriftlichen Kulturguts in Archiven und Bibliotheken bei. Ausschlaggebend für eine Förderung ist prinzipiell die Modellhaftigkeit des Vorhabens, die Einzigartigkeit des Objekts oder der unikale Charakter, der mit der wissenschaftlichen, kulturellen oder historischen Bedeutung der Bestände einhergeht. Die Förderung des Originalerhalts anhand exemplarischer Modellprojekte zielt auf die Nachnutzbarkeit der Ergebnisse als Good Practices.

beschädigtes Palmblatt
Die Restaurierung seltener Palmblatthandschriften wurde durch die KEK-Modellprojektförderung ermöglicht. © Staatsbibliothek zu Berlin

Die Fördersummen werden von der Kulturstiftung der Länder und der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) bereitgestellt. Es handelt sich also um Bund-Länder-Fördermittel.

Es können Projekte zum Originalerhalt in schriftgutbewahrenden Einrichtungen gefördert werden. Zusätzlich ist die Förderung von Projekten zur Notfallvorsorge, zur Stärkung der Fachkompetenz, zur Bewusstseinsbildung der Öffentlichkeit und zur Forschung möglich.

Antragsberechtigt sind grundsätzlich alle Einrichtungen des öffentlichen und des privaten Rechts sowie in kirchlicher Trägerschaft, deren Bestände öffentlich zugänglich sind. Erwartet wird ein substanzieller Eigenanteil des Trägers am Modellprojekt (Einsatz von Haushaltsmitteln). Dieser Eigenanteil kann auch durch Nachweis und Einsatz weiterer Fördermittel Dritter erbracht oder ergänzt werden.

Da die zur Verfügung stehenden Mittel grundsätzlich nicht in das nächste Jahr übertragbar sind, sollte das Projekt bis zum jeweiligen Jahresende erfolgreich abgeschlossen werden können. In begrenztem Umfang ist auch eine Förderung mehrjähriger Projekte bis zu max. drei Jahre möglich.

› Weitere Informationen zur KEK-Modellprojektförderung finden Sie hier.

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BKM-Sonderprogramm

2017 startete das BKM-Sonderprogramm zur Förderung von Mengenverfahren. In diesem Programm können bundesweit in Archiven und Bibliotheken größere Mengen an Akten und Bänden entsäuert, gereinigt, verpackt und restauriert werden. Von zunächst 1 Mio. Euro wurde das Programm sukzessive aufgestockt und hat gegenwärtig den Umfang von 3,8 Mio. Euro.

Fördermittelgeber ist die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), die Bundesmittel für den Originalerhalt einsetzt. Das Förderprogramm soll die Erhaltung besonders wertvollen schriftlichen Kulturguts im Original unterstützen, das aus historischer oder wissenschaftlicher Sicht von überregionaler Bedeutung ist.

Musikalien
Die Reinigung und Verpackung des großen Musikalienbestands der Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern wurde durch das BKM-Sonderprogramm ermöglicht. © Landesbibliothek Mecklenburg-Vorpommern Günther Uecker

Der Bund fördert maximal 50 Prozent der gesamten Projektkosten. Voraussetzung ist also, dass die Antragsteller die Projekte zu mindestens 50 Prozent mit Eigenmitteln und/oder durch Landes- oder weitere Drittmittel kofinanzieren.

Zuwendungsempfänger sind Bibliotheken, Archive und vergleichbare Institutionen.

Strukturelles Ziel ist es, das BKM-Sonderprogramm mit den Förderprogrammen in den Ländern zu synchronisieren, um so dezentral Überlieferung koordiniert zu sichern. Daher ist die Voraussetzung für eine Förderung eine positive Erstbewertung des Antrags auf Landesebene (sog. Ersttestat).

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