Schutz-, Sicherungs-, Ersatzverfilmung und Digitalisierung
Allgemeines
Die Verfilmung, Digitalisierung bzw. Reproduktion von Originalen gilt neben Schutzmaßnahmen im baulichen und lagerungstechnischen Bereich sowie der Konservierung und Restaurierung als dritte, zumeist unterstützende Maßnahme der Bestandserhaltung.
Sicherungsverfilmung
Die Sicherungsverfilmung wird schon seit den 1930er-Jahren als Möglichkeit des Informationserhalts schriftlicher Kulturdenkmäler genutzt. Bereits seit mehreren Jahrzehnten betreibt die Bundesrepublik Deutschland die Verfilmung wichtigster Archivalien auf Rollfilmen. Die erstellten Masterfilme werden in einem atombombensicheren Bunker im Schwarzwald verwahrt, um im Falle eines Verlustes die Informationen der Dokumente zu erhalten. Mikrofilme erscheinen derzeit als die sicherste Form der Informationsbewahrung, da dieser Datenträger eine lange Haltbarkeit (bei sachgemäßer Lagerung ca. 500 Jahre) bietet.
Schutz- und Ersatzverfilmung
Eine weitere Methode zur Sicherung der Originale ist die Schutzverfilmung. Durch von den Masterfilmen erstellten Mikrofiches oder Mikrofilmen, die mittels eines Lesegeräts eingesehen werden können, haben Benutzer·innen die Möglichkeit, Dokumente zu lesen, ohne die Originale zu gefährden. Komfortabel zu nutzen sind die mittlerweile oft bei Verfilmungen parallel angefertigten digitalen Daten (z. B. Bild- und Textdateien, die auch mit einer Volltextsuche koppelbar sind), die am PC angesehen werden können. Anzumerken ist, dass die umgangssprachlich als digitale Langzeitarchivierung bezeichnete "dauerhafte" Erhaltung der digitalen Daten einen hohen Zeit- und Kostenaufwand darstellen. Ist eine Archivalie oder ein Buch z. B. durch einen Schimmelschaden oder starke Säurehaltigkeit vom endgültigen Verlust bedroht, so erhält eine Ersatzverfilmung die Information der Quellen. Auflichtscanner und Digitalkameras bieten auch kleineren Archiven und Bibliotheken die Möglichkeit der Verfilmung bzw. der Reproduktion.
Benutzung
Schutz-, Sicherungs- und Ersatzverfilmung dienen dem Schutz häufig genutzter Archivalien oder Bücher bzw. dem Ersatz nicht mehr zu restaurierender und deswegen nicht mehr benutzbarer Originale. Um die empfindlichen Originale vor zu häufiger Benutzung zu schützen, sollten solche Verfahren schon frühzeitig eingeleitet werden, um aufwändige und kostenintensive Restaurierungsmaßnahmen oder Informationsverluste zu vermeiden. Fakt ist jedoch, dass die Digitalisierung nicht die Originale ersetzen kann. Denn die Archivalie oder der seltene Druck bergen neben den gedruckten oder geschriebenen Fakten zumeist eine Fülle zeithistorischer Informationen (z. B. Einband, Vermerke, Papierbeschaffenheit, Tinten), die durch eine bloße Konversion verloren gehen.
- Mikrofilme haben bei optimalen Lagerungsbedingungen eine ca. 500-jährige Haltbarkeit
- Frühzeitige Schutzverfilmung ist bei empfindlichen Materialien sinnvoll
- Es muss ein Konzept zur dauerhaften Erhaltung der digitalen Daten vorhanden sein