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Kopierverfahren

Absätze

Allgemeines

In der Bestandserhaltung wird zwischen vier Kopierverfahren unterschieden: Frühe Kopierverfahren wurden bereits um 1870 entwickelt. Drucklose Kopierverfahren stammen aus der Zeit zwischen 1960 und 1980. Fotografische Kopierverfahren stellen Drucke her, bei denen die Information durch Lichtenergie auf eine lichtempfindliche Schicht übertragen wird. Bei fotomechanischen Kopierverfahren hingegen wird die Druckplatte mithilfe fotografischer Vorlagen produziert. 

Frühe Kopierverfahren

Charakteristik

  • Erfindung: um 1870
  • Träger: Kopierpapier (ungeleimt, dünn, hohe Saugfähigkeit, oft mit Zusätzen)
  • dunkle Linien auf weißem Grund
  • Positivverfahren
  • direktes Farbstofftransferverfahren
  • nur sehr wenige Kopien direkt vom Original möglich
  • Eisengalluskopiertinten
  • Farbstofftinten

Optimal

  • lichtgeschützt aufbewahren
  • trockene Konservierungsmaßnahmen
  • Lagerung in alterungsbeständigen Papieren mit alkalischer Reserve
  • Massenentsäuerung möglich, jedoch ist je nach Verfahren ein Abklatsch möglich (Vorsortieren)

Vermeiden

  • Lichteinfall
  • wässrige Behandlung
  • Behandlung mit organischen Lösemitteln

Vermeidungsgrund

  • Verblassen der Tinten
  • Verlaufen der Tinten
  • beschleunigte Alterung

Charakteristik

  • Erfindung: um 1870
  • Träger: Kopierpapier (ungeleimt, dünn, hohe Saugfähigkeit, oft mit Zusätzen), Normalpapier
  • Kopierstifte ab 1900 nicht mehr zum Kopieren eingesetzt, sondern als dokumentenechter Stift
  • wasserlösliche Farbstoffe
  • Bindemittel

Optimal

  • lichtgeschützt aufbewahren
  • trockene Konservierungsmaßnahmen
  • Lagerung in alterungsbeständigen Papieren mit alkalischer Reserve
  • Massenentsäuerung möglich, jedoch ist je nach Verfahren, ein Abklatsch möglich (Vorsortieren)

Vermeiden

  • Lichteinfall
  • wässrige Behandlung
  • Behandlung mit organischen Lösemitteln

Vermeidungsgrund

  • Verblassen der Tinten
  • Verlaufen der Tinten
  • Veränderung der Tintenfarbe
  • beschleunigte Alterung

Charakteristik

  • Erfindung: um 1870
  • Träger: Kopierpapier (ungeleimt, dünn, hohe Saugfähigkeit, oft mit Zusätzen), Normalpapier
  • Kopierstifte ab 1900 nicht mehr zum Kopieren eingesetzt, sondern als dokumentenechter Stift
  • wasserlösliche Farbstoffe und Pigmente: Graphit und Ruß
  • Bindemittel

Optimal

  • lichtgeschützt aufbewahren
  • trockene Konservierungsmaßnahmen
  • Lagerung in alterungsbeständigen Papieren mit alkalischer Reserve
  • Massenentsäuerung möglich, jedoch ist je nach Verfahren ein Abklatsch möglich (Vorsortieren)

Vermeiden

  • Lichteinfall
  • wässrige Behandlung
  • Behandlung mit organischen Lösemitteln

Vermeidungsgrund

  • Verblassen der Tinten
  • Verlaufen der Tinten
  • Veränderung der Tintenfarbe
  • beschleunigte Alterung

Charakteristik

  • Träger: gut geleimte, harte Papiere
  • wasserlösliche Farbstoffe mit Bindemitteln
  • ermöglichen es, die Kopierfarbe auch nach längerer Zeit zu aktivieren
  • drucken andersfarbig ab als das Original

Optimal

  • lichtgeschützt aufbewahren
  • trockene Konservierungsmaßnahmen
  • Lagerung in alterungsbeständigen Papieren mit alkalischer Reserve
  • Massenentsäuerung möglich, jedoch ist je nach Verfahren, ein Abklatsch möglich (Vorsortieren)

Vermeiden

  • Lichteinfall
  • wässrige Behandlung
  • Behandlung mit organischen Lösemitteln

Vermeidungsgrund

  • Verblassen der Tinten
  • Verlaufen der Tinten
  • Veränderung der Tintenfarbe
  • beschleunigte Alterung

Drucklose Kopierverfahren

Charakteristik

  • Erfindung: um 1960
  • Träger: thermosensitives, sehr dünnes Spezialpapier
  • schwarze Linien auf hellem Grund

Optimal

  • Umkopieren
  • lichtgeschützt aufbewahren
  • kühl aufbewahren
  • zwischen P.A.T. getestete Papiere einlegen

Vermeiden

  • Lichteinfall
  • hoher Wärmeeintrag (z. B. bei Massenentsäuerung oder Gefriertrocknung)

Vermeidungsgrund

  • Verfärben des Papiers
  • Unlesbarkeit
  • Zerstörung der Textinformation

Charakteristik

  • Erfindung: um 1980
  • Träger: Papier, Textilien, Kunststoff
  • Farben auf hellem Grund
  • keine Graustufen
  • Thermotransferfolie
  • stabiler als Thermodirektdruck

Optimal

  • lichtgeschützt aufbewahren
  • kühl aufbewahren
  • zwischen P.A.T. getestete Papiere einlegen

Vermeiden

  • Lichteinfall
  • hoher Wärmeeintrag (z. B. bei Massenentsäuerung oder Gefriertrocknung)

Vermeidungsgrund

  • beschleunigte Alterung

Moderne Fotoausdrucke im privaten Bereich.

Charakteristik

  • Erfindung: um 1980
  • Träger: Papier, Textilien, Kunststoff
  • Farben auf hellem oder dunklem Grund
  • sieht aus wie ein Foto
  • Thermoträgerfolie, verdampft die Farbstoffe direkt auf den Träger
  • stabiler als Thermodirektdruck

Optimal

  • lichtgeschützt aufbewahren
  • kühl aufbewahren
  • zwischen P.A.T. getestete Papiere einlegen

Vermeiden

  • Lichteinfall
  • hoher Wärmeeintrag (z. B. bei Massenentsäuerung oder Gefriertrocknung)

Vermeidungsgrund

  • beschleunigte Alterung

Charakteristik

  • Erfindung: um 1960
  • Träger: Papier (speziell beschichtete Spezialpapiere), Textilien
  • Farben auf hellem Grund
  • Druckerpatrone mit Tintentröpfchen
  • stabiler als Thermodirektdruck

Optimal

  • lichtgeschützt aufbewahren
  • kühl aufbewahren
  • zwischen P.A.T. getestete Papiere einlegen

Vermeiden

  • Lichteinfall
  • hoher Wärmeeintrag
  • wässrige Behandlung
  • Eintrag von Lösemitteln

Vermeidungsgrund

  • beschleunigte Alterung
  • Verblassen
  • Verlaufen
  • Verwischen

Fotografische Kopierverfahren

Charakteristik

  • Erfindung: 1842
  • Träger: Papier, Leinen
  • weiße Linien auf blauem Hintergrund
  • Negativdruck
  • wasserunlöslich
  • Berliner Blau (anorganisches Pigment mit Eisenanteil)

Optimal

  • separate Lagerung
  • lichtgeschützt aufbewahren
  • nicht in Papieren mit alkalischer Reserve lagern
  • P.A.T. getestetes Papier verwenden
  • Lagerung in Polyestertaschen (teilweise verschweißt)

Vermeiden

  • Lichteinfall
  • wässrige Behandlung
  • Massenentsäuerung
  • Lagerung in alkalisch gepufferten Papieren
  • Lagerung gemeinsam mit Diazotypien

Vermeidungsgrund

  • Ausbleichen des blauen Farbstoffs (Verbräunung)
  • Bildschwächung

Charakteristik

  • Erfindung: 1877
  • Träger: Papier, Leinen
  • blaue Linien auf weißem Untergrund
  • Positivdruck
  • wasserunlöslich
  • Berliner Blau (anorganisches Pigment mit Eisenanteil)

Optimal

  • separate Lagerung
  • lichtgeschützt aufbewahren
  • nicht in Papieren mit alkalischer Reserve lagern
  • P.A.T. getestetes Papier verwenden
  • Lagerung in Polyestertaschen (teilweise verschweißt)

Vermeiden

  • Lichteinfall
  • wässrige Behandlung
  • Massenentsäuerung
  • Lagerung in alkalisch gepufferten Papieren
  • Lagerung gemeinsam mit Cyanotypien

Vermeidungsgrund

  • Ausbleichen des blauen Farbstoffs (Verbräunung)
  • Bildschwächung

Charakteristik

  • Erfindung: 1880
  • Träger: Papier, Leinen, Kunststoff
  • braune, schwarze, violette, blaue Linien auf hellem Grund
  • Positivdruck
  • wasserunlöslich
  • Azofarbstoffe

Optimal

  • separate Lagerung
  • lichtgeschützt aufbewahren
  • kann in Papieren mit alkalischer Reserve gelagert werden (da die Herstellung im alkalischen Milieu erfolgte)
  • Lagerung in Polyestertaschen (teilweise verschweißt)
  • Massenentsäuerung möglich

Vermeiden

  • Lichteinfall
  • Lagerung gemeinsam mit Cyanotypien oder Van-Dyke-Papieren

Vermeidungsgrund

  • Verbräunung des Papiers
  • starker Abbau des Papiers
  • Ausgasen von Ammoniak möglich

Charakteristik

  • Erfindung: 1889
  • Träger: Papier
  • braune Linien auf weißem Grund oder weiße Linien auf braunem Grund
  • Positiv- oder Negativdruck
  • wasserunlöslich
  • Silber- und Eisensalze

Optimal

  • separate Lagerung
  • lichtgeschützt aufbewahren
  • nur mit Handschuhen berühren

Vermeiden

  • Lichteinfall
  • Lagerung gemeinsam mit anderen fotografischen Papieren
  • Massenentsäuerung

Vermeidungsgrund

  • Verfärbungen
  • Zerstörung der Bildinformation

Charakteristik

  • Erfindung: 1860
  • Träger: Papier, Leinen
  • schwarze Linien auf weißem Grund
  • Positivdruck
  • wasserunlöslich
  • Eisensalze

Optimal

  • separate Lagerung
  • lichtgeschützt aufbewahren
  • P.A.T. getestetes Papier verwenden
  • Lagerung in Polyestertaschen (teilweise verschweißt)

Vermeiden

  • Lichteinfall
  • wässrige Behandlung
  • Massenentsäuerung
  • Lagerung in alkalisch gepufferten Papieren

Vermeidungsgrund

  • Verfärbung, Braunfärbung
  • Tintenfraß
  • Verblassen der Tinte

Charakteristik

  • Erfindung: 1864
  • Träger: Papier, Leinen
  • dunkle Linie auf hellem Grund (blauschwarz, purpur, schwarz)
  • Positivdruck
  • wasserunlöslich
  • Chromsalze, Vanadiumsalz, Anilin

Optimal

  • separate Lagerung
  • lichtgeschützt aufbewahren
  • nicht in Papieren mit alkalischer Reserve lagern
  • P.A.T. getestetes Papier verwenden
  • Lagerung in Polyestertaschen (teilweise verschweißt)

Vermeiden

  • Lichteinfall
  • Lagerung in alkalisch gepufferten Papieren
  • Massenentsäuerung

Vermeidungsgrund

  • Verfärbungen
  • Zerstörung der Bildinformation

Charakteristik

  • Erfindung: um 1900
  • Träger: Papier
  • weiße Linien auf schwarzem Grund (Negativ)
  • schwarze Linien auf weißem Grund (Positiv)
  • leicht glänzend silbrige Oberfläche
  • Silberemulsion
  • Rückseite oft bedruckt (Agfa, Gevaert, Blitzkopie etc.)

Optimal

  • separate Lagerung
  • lichtgeschützt aufbewahren
  • P.A.T. getestetes Papier verwenden
  • nur mit Handschuhen berühren

Vermeiden

  • Lichteinfall
  • wässrige Behandlung
  • Massenentsäuerung (es besteht weiterer Forschungsbedarf, unmittelbar sind keine Schäden erkennbar)
  • Lagerung in alkalisch gepufferten Papieren

Vermeidungsgrund

  • Aussilbern
  • Verbräunen
  • Verfärben

Charakteristik

  • Erfindung: 1920
  • Träger: Papier, Leinen, Kunststoff (Cellulosenitrat)
  • Positiv- und Negativverfahren
  • sieht aus wie eine Fotografie
  • Silberemulsion

Optimal

  • separate Lagerung
  • lichtgeschützt aufbewahren
  • P.A.T. getestetes Papier verwenden
  • mit Handschuhen berühren

Vermeiden

  • Lichteinfall
  • wässrige Behandlung
  • Massenentsäuerung
  • gemeinsam mit anderen Drucken aufbewahren
  • Kontakt mit Schwefel
  • hohe Temperaturen

Vermeidungsgrund

  • Aussilbern
  • Verbräunen
  • brennbar
  • Zerstörung der Bildinformation

Fotomechanische Kopierverfahren

Charakteristik

  • Erfindung: 1938
  • Träger: Papier, Kunststoff
  • schwarze und farbige Linien auf weißem Untergrund
  • Positivverfahren
  • direkt: zinkoxidbeschichtetes Papier wird belichtet
  • Zinkoxid als weiße Beschichtung auf holzschliffhaltigem Papier
  • samtige Oberfläche
  • indirekt: aufgeschmolzener Toner
  • Tonerkopien: sehr beständig

Optimal

  • Zinkoxidkopien: lichtgeschützt aufbewahren, umkopieren
  • Tonerkopien: plan liegend aufbewahren, in kleineren Stapeln, übereinanderlegen, ohne Folien aufbewahren
  • Massenentsäuerung nicht in jedem Fall möglich, Beratung durch Restaurator·innen erforderlich

Vermeiden

  • zu hoher Lichteinfall (besonders Zinkoxidkopien)
  • Knicken der Kopien
  • zu viele Kopien übereinanderstapeln
  • Kopien in PVC-Hüllen aufbewahren
  • Kopien in Kunststoffhüllen aufbewahren
  • zu hohe Luftfeuchtigkeit
  • Kopien entsäuern, ohne vorherige Prüfung

Vermeidungsgrund

  • Abplatzen der Zinkoxidschicht
  • Nachdunkeln
  • Aufbrechen des aufgeschmolzenen Toners
  • Abklatsch des Toners durch Weichmacherwanderung
  • Elektrostatische Aufladung der Folie, Abklatsch des Toners
  • Kunststoffe im Toner können unter Umständen vom Lösemittel der Entsäuerung angelöst werden (Abklatsch der Toner auf gegenüberliegende Seite)

Charakteristik

  • Erfindung: 1900
  • Träger: Papier, Leinen
  • schwarze und farbige Linien auf weißem Grund
  • Positivverfahren
  • nur wenige Kopien möglich
  • Eisensalze mit Gelatine

Optimal

  • Lagerung in Papieren mit alkalischer Reserve
  • wässrige Entsäuerung oder Massenentsäuerung, da das Papier oftmals sauer ist

Vermeiden

  • Lagerung in säurehaltigen Materialien

Vermeidungsgrund

  • beschleunigte Alterung des Trägers

Ein ähnliches Verfahren ist die Mimeografie. 

Charakteristik

  • Erfindung: 1879
  • Träger: Papier
  • dunkle Linien auf weißem Untergrund
  • Positivverfahren
  • nur wenige hundert Kopien möglich
  • Grundlage: Anilindruck mit Gelatine

Optimal

  • lichtgeschützt aufbewahren
  • Lagerung in neutralen Papieren oder Papieren mit geringer alkalischer Reserve (P.A.T. getestet)
  • Lagerung in Polyestertaschen auch möglich (teilweise verschweißt)

Vermeiden

  • Lichteinfall
  • Lagerung in säurehaltigen Materialien

Vermeidungsgrund

  • lichtempfindliches Anilin kann ausbleichen

Charakteristik

  • Erfindung: 1923
  • Träger: Papier
  • dunkle Linien auf weißem Untergrund
  • Positivverfahren
  • nur wenige hundert Kopien möglich
  • Grundlage: Anilindruck, mit Spiritus angefeuchtetes Blatt

Optimal

  • lichtgeschützt aufbewahren
  • Lagerung in neutralen Papieren oder Papieren mit geringer alkalischer Reserve (P.A.T. getestet)
  • Lagerung in Polyestertaschen auch möglich (teilweise verschweißt)

Vermeiden

  • Lichteinfall
  • Lagerung in säurehaltigen Materialien

Vermeidungsgrund

  • lichtempfindliches Anilin kann ausbleichen

Charakteristik

  • Erfindung: 1850
  • Träger: Papier
  • dunkle Linien auf hellem Grund oder Farblichtdruck
  • Positivverfahren
  • Gelatinekorn

Optimal

  • Lagerung in Papieren mit alkalischer Reserve

Vermeiden

  • Lagerung in säurehaltigen Materialien

Vermeidungsgrund

  • beschleunigte Alterung des Papiers

Quelle

  • Kobold, Maria; Moczarski, Jana; Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt; Hessisches Landesarchiv (Hrsg.) (2020): Bestandserhaltung: ein Ratgeber für Verwaltungen, Archive und Bibliotheken. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, Darmstadt, ISBN 978-3-88443-058-3. DOI: 10.25534/tuprints-00011407
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