Wissen, Kultur und Geschichte basieren in hohem Maße auf schriftlichen Dokumenten. Ihre Materialität macht sie zu gefährdeten Objekten: Wasser, Schmutz und Schädlinge, aber auch chemische Zersetzungsprozesse zerstören ihre Substanz. Die Aufgabe, schriftliches Kulturgut dauerhaft zu schützen und zu erhalten, kommt Archiven, Bibliotheken und ihnen verwandten Einrichtungen zu. Erfüllt werden kann sie nur gemeinschaftlich, über Länder- und Spartengrenzen hinweg. 

Seit 2011 sind wir die zentrale Ansprechpartnerin für den bundesweit koordinierten Originalerhalt. Wir fördern den Bestandserhalt, erheben systematisch Daten und vermitteln die Bedeutung des Originalerhalts über die Fachcommunity hinaus. In den letzten zehn Jahren wurden in unseren zwei Förderlinien ganz unterschiedliche schriftliche Dokumente gesichert. 

Originalerhalt in Perspektive

Im Jubiläumsjahr 2021 zeigen wir in einer Ausstellung in der Deutschen Digitalen Bibliothek zehn Objekte, die stellvertretend für die vielen Facetten des Originalerhalts in Archiven, Bibliotheken und Museen stehen. Wachsbücher, Seidenrollen, Zeitungen, Handschriften und Akten decken ganz unterschiedliche Gattungen, Materialitäten und Schadensbildern ab. Gemeinsam ist allen zehn Objekten, dass sie materielle Träger unseres kulturellen Gedächtnisses sind. Ihr Erhalt wird damit zu einer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe:

Der Titel der Ausstellung schlägt einen Bogen zur internationalen Konferenz "Originalerhalt in Perspektive", die am 23. und 24. November 2021 digital und in der James-Simon-Galerie auf der Berliner Museumsinsel stattfand. Mehr als 250 Teilnehmer·innen aus aller Welt diskutierten die Herausforderungen der Bestandserhaltung im 21. Jahrhundert. Die Vorträge sind auf unserem YouTube-Kanal abrufbar.