Am 8. Oktober 2026 laden wir Sie herzlich zur 3. KEK-Tagung "Originale erhalten: Demokratie sichern" ein, in der die gemeinsamen Handlungsfelder von Kulturgutschutz und Demokratiestärkung beleuchtet werden. 

In Archiven, Bibliotheken und anderen Gedächtniseinrichtungen lagern bundesweit gefährdete Originale, die Meinungsvielfalt, Rechtsordnungen, historische Entwicklungen und politisches Handeln dokumentieren. Der Erhalt dieser Überlieferungen ist Grundvoraussetzung für eine quellen- und faktenbasierte Forschung, eine historische Aufarbeitung sowie die Sichtbarmachung gesellschaftlicher Mehrstimmigkeit und Diskurse. Originalerhalt ist grundlegender Bestandteil der Informationssicherung und ein wichtiger Beitrag zu einer lebendigen, urteilsfähigen und wehrhaften Demokratie – insbesondere angesichts der zunehmenden Bedrohung durch hybride Desinformation und andere demokratiegefährdende Entwicklungen.

Die Veranstaltung eröffnet Vladimir Balzer (Deutschlandradio) mit den Grußworten und der von ihm moderierten Podiumsdiskussion "Politische Relevanz des Originalerhalts" (10:00–12:00 Uhr). Am Nachmittag folgen Fachvorträge zu den Themenfeldern "Überlieferungen bewahren – Erinnerungskultur, Aufarbeitung und Demokratie" (13:30–15:00 Uhr) sowie "Kulturgutschutz und Originalerhalt in der Praxis" (16:00–17:30 Uhr). An die Tagung schließt sich die Abendveranstaltung "Original gelesen – Das Archiv des Berliner Ensembles live" an (19:00–ca. 20:15 Uhr). Die Abendveranstaltung findet in Kooperation mit der Akademie der Künste statt.

Visual 3. KEK-Tagung

Das aktuelle Kurzprogramm zur Tagung finden Sie hier: 

3. KEK-Tagung Programm (Stand 14.09.2026).pdf

Marktplatz (12:30–13:30 und 15:00–16:00 Uhr)

Präsentationen von KEK-Förderprojekten zum Thema Demokratie und Originalerhalt 

  • Kriegssammlungen zum Ersten Weltkrieg gereinigt, entsäuert und verpackt, Matthias Frankenstein, Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt 
  • Reinigung und Sicherung der Rechnungsbücher (1919–1950), Dr. Elisabeth Heigl, Universität Greifswald
  • Nachlass der Politikerin und Juristin Elisabeth Selbert entsäuert, Barbara Günther, Archiv der deutschen Frauenbewegung (AddF), Kassel 
  • Spruchkammerakten des Bayerischen Staatsarchivs entsäuert und verpackt, Dr. Laura Scherr, Generaldirektion der Staatlichen Archive Bayerns, München
  • Reinigung und Entsäuerung der Patientenakten des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, Katharina Tiemann, LWL-Archivamt für Westfalen, Münster

Lindenhalle (12:30–13:30 und 15:00–16:00 Uhr) 

Präsentation Notfallmaterial, Abteilung Bestandserhaltung und Digitalisierung – Staatsbibliothek zu Berlin

Vitrinenpräsentation

Ausstellung von schriftlichen Originalen aus KEK-Projekten (u. a. Nachlass Bertolt Brecht und Elisabeth Selbert sowie Schulbuch-Sammlung des Leibniz-Instituts für Bildungsmedien | GEI)

Sie können sich über die Plattform Eveeno zur Tagung anmelden. Die Teilnahme ist wie immer kostenfrei. Ein Livestream wird angeboten – der Link für die digitale Teilnahme wird rechtzeitig vor der Veranstaltung verschickt. 

Original gelesen — Das Archiv des Berliner Ensembles live

Plenarsaal der Akademie der Künste, Pariser Platz 4, 10117 Berlin
Donnerstag, 8. Oktober 2026, 19:00 Uhr (Einlass ab 18:45 Uhr)
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich
Eintritt frei

Mit Werner Heegewaldt und Dr. Ursula Hartwieg (Begrüßung), Marieluise Nordahl (Vortrag), Constanze Becker und Gabriel Schneider (szenische Lesung)

Abb. links: Vorstellungsbuch des Berliner Ensembles mit Eintrag vom 27. März 1959, Akademie der Künste, Berlin, Archiv des Berliner Ensembles 1843/244. © AdK; Abb. rechts: Helene Weigel, Bertolt Brecht, Erwin Geschonneck und Angelika Hurwicz bei Proben zu Brechts „Mutter Courage und ihre Kinder“, 1951, Akademie der Künste, Berlin, Bertolt-Brecht-Archiv, Fotoarchiv 12/007.35, Foto: Hainer Hill © AdK

Was einmal über die Bretter ging, geht nie ganz verloren. Denn das Theater, flüchtigste aller Künste, lebt in den Archiven weiter. Die bahnbrechenden Experimente auf der Bühne Bertolt Brechts (1898–1956) wurden mit allen verfügbaren Mitteln festgehalten: auf Filmrollen und Fotografien, aber auch in Probebüchern, Abendberichten, Kommentaren und Kritiken findet man die Spuren intensiver, schöpferischer Theaterpraxis, vom Manuskript über die Probenarbeit bis zur Nachbereitung jeder einzelnen Aufführung. Anhand dieser Schätze erwecken Constanze Becker und Gabriel Schneider, Mitglieder des heutigen Berliner Ensembles, große Inszenierungen aus dessen Vergangenheit, von "Mutter Courage" (1949) bis "Hauptmann von Köpenick" (1989), wieder zum Leben.

Die szenische Lesung basiert auf den "Logbüchern" des Berliner Ensembles, die alle Vorstellungen und Proben des Theaters dokumentieren. Dank des vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) getragenen Sonderprogramms zur Erhaltung des schriftlichen Kulturguts konnten diese besonderen Quellen zur Theatergeschichte konservatorisch gesichert werden. 

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Akademie der Künste.

Die KEK-Tagung fand im Wilhelm-von-Humboldt-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin im Haus Unter den Linden statt.

Staatsbibliothek zu Berlin
Wilhelm-von-Humboldt-Saal 
Unter den Linden 8
10117 Berlin

Anfahrt:
S- und U-Bhf  Friedrichstraße
U-Bhf Französische Straße
Bus Unter den Linden, Friedrichstraße (Bus 100, 147, 245 und 300)

Kontakt für alle Fragen rund um die Tagung: 

  • Rebecca Akimoto und Dr. Anna Boroffka
  • kek-veranstaltungen(at)sbb.spk-berlin.de
  • Tel.-Nr.: +49 (0) 30 266 43 3078 und +49 (0) 30 266 43 1459

 

Die 3. KEK-Tagung wird veranstaltet mir freundlicher Unterstützung von

Logos AUGIAS-Data Zeutschel Tagung 2026